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Drastischer Artenschwund durch Klimawandel

Die globale Klimaerwärmung könnte bis 2050 zum Aussterben von über einer Million Tier- und Pflanzenarten an Land führen. Das Verschwinden von rund einem Viertel aller derzeit existierenden Arten prognostiziert ein Forscherteam in der neuesten Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Nature. Aus Kreisen der Vereinten Nationen wurde darauf hingewiesen, dass es sich dabei auch um eine Bedrohung für Milliarden von Menschen handelt, die ihren Lebensunterhalt mit der Nutzung der natürlichen Ressourcen bestreiten.

Die Wissenschaftler führten Computersimulationen durch. In ihren Modellen berücksichtigten sie die Verbreitung von 1103 Pflanzen- und Tierarten. Sie spielten drei Szenarien durch: bei geringem, mittlerem und maximalem Temperaturanstieg und Klimawandel. Dabei legten die Forscher besonderes Augenmerk auf das Ausweichen und Abwandern von Arten, aber auch das Einwandern von zuvor nicht ansässigen Arten. Gefahr besteht, wenn ein Lebensraum mit bestimmten Klimaeigenschaften völlig von der Erde verschwindet, die nächste noch akzeptable Umwelt unerreichbar weit entfernt ist oder einwandernde Arten den angestammten die Lebensgrundlagen entziehen.

Um lediglich die geringen Auswirkungen bis 2050 befürchten zu müssen - nur 18 Prozent der Arten würden aussterben -, weisen die Forscher erneut auf die Notwendigkeit hin, den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid zu minimieren. Nur so könne eine gravierende Zahl von Arten vor dem Aussterben bewahrt werden. Die Studie geht auch ins Detail: Für Europa sagen die Wissenschaftler bei ungebremstem Temperaturanstieg das Verschwinden von einem Viertel der Vogelarten voraus. Einer davon: der Rote Milan.

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