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Die Armen bezahlen für den Umweltfrevel

Der Tropensturm Jeanne hat in Haiti zu einer Katastrophe geführt. Bis zu 1.600 Menschen sollen ums Leben gekommen sein, mehr als 230.000 sind obdachlos. Der gesamte Norden des Landes wurde zum Notstandsgebiet erklärt.

Karsten Smid, Klimaexperte bei Greenpeace, sieht verschiedene Faktoren, die zu dem verheerenden Unglück geführt haben. Der Klimawandel führt zur Erwärmung der Ozeane, sagt er. Hurrikan Jeanne hat die Wassermassen nur so aufgesogen. Diese Wassermassen sind dann auf Haiti niedergegangen. Smid zufolge haben Umweltzerstörung und Armut stark zu der Katastrophe beigetragen.

In der Sprache der Arawak, der Ureinwohner Haitis, bedeutet Haiti gebirgiges Land. So sind rund 60 Prozent der Landesfläche Hanglagen mit einer Neigung von mehr als 40 Prozent. Die ausgedehnten Wälder, die das Land ursprünglich fast vollständig bedeckten, sind bis auf fünf Prozent abgeholzt. Bodenerosion und Lawinen sind die Folgen.

In den gefährdeten Hanglagen siedeln sich aus Not immer mehr Menschen an. Nur vier Prozent der Bevölkerung beanspruchen 66 Prozent der Ressourcen. Rund 70 Prozent der Menschen müssen sich mit nur 20 Prozent des Landes zufrieden geben, zehn Prozent sind völlig landlos. Bei extremem Wetter wie dem Sturm Jeanne reißen Wassermassen und Schlammlawinen die Baracken der Armen mit sich fort.

So addieren sich die vom Menschen verursachten Umweltschäden zum Desaster. Smid: Durch den Treibhauseffekt gewinnen Wirbelstürme noch an Stärke. Und es sind vor allem die Ärmsten der Armen, die für die Umweltfrevel zahlen. (sit)

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