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Der Kollaps des antarktischen Wilkins-Schelfeises

1.600 Kilometer von der Südspitze Südamerikas entfernt, gegenüber Feuerland, liegt das Wilkins-Schelfeis - 13.000 Quadratkilometer groß. Riesige Teile dieses auf dem Meer treibenden Eisgebietes kollabieren. Mittlerweile wird es nur noch von einer schmalen Eisbrücke zusammengehalten. Zerbricht auch sie, droht der Kollaps des gesamten Schelfs.

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Forscher vermuten, dass der Zerfall des Wilkins-Eisschelfs mit der Klimaerwärmung zusammenhängt. In der Antarktis-Region wurde in den vergangenen 50 Jahren ein Temperaturanstieg von 2,5 Grad Celsius gemessen.

Das Wilkins-Eisschelf - zwischen den Inseln Alexander-Island, Rothschild-Island, Latady-Island und Charcot-Island gelegen - war bis in die Neunzigerjahre stabil. Dann stellten Forscher fest, dass es anfing, sich aufzulösen.

Seit 2008 beobachten sie, wie riesige Teile abbrechen und zerfallen, wie immer neue Risse entstehen. Im Februar 2008 brach ein rund 41 mal 2,5 Kilometer großer Eisblock vom Schelf ab und löste den Zerfall einer 405 Quadratkilometer großen Fläche aus. Ende Mai folgten weitere 160 Quadratkilometer.

In den vergangenen 20 Jahren zerfielen sieben Eisschelfe an der antarktischen Halbinsel. So brach beispielsweise im Frühjahr 2002 ein 3.250 Quadratkilometer großes Stück vom Larsen B-Eisschelf ab und löste sich in tausende kleine Eisberge auf, die anschließend ins Weddellmeer trieben. Forscher gehen davon aus, dass das Gebiet bis dahin rund 10.000 Jahre lang stabil gewesen war.

Der Meeresspiegel steigt durch das Auseinanderbrechen des Schelfeises nicht an - das Eis treibt ja bereits auf dem Wasser. Doch das Eis des Schelfs stützt die Festlandgletscher und staut das Inlandeis zurück. Zerbricht es, erhöht sich die Fließgeschwindigkeit der Gletscher, die ständig in Richtung Meer fließen. Rutscht aber mehr Inlandeis vom Festland ins Meer, dann wirkt sich dies sehr wohl auf den Meeresspiegel aus. Er steigt.

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