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Eisbärbesuch beim Autosalon in Brüssel

Greenpeace-Aktivisten haben heute Europas größtem Autosalon in Brüssel einen Besuch abgestattet. Die als Eisbären verkleideten Greenpeacer protestierten damit gegen die Klimazerstörung durch die Autos von Volkswagen. Besonders die Arktis leidet durch die CO2-Schleudern der großen Autokonzerne und die Eisbären verlieren ihren Lebensraum.

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Weit über den Köpfen der Aussteller und Besucher hängten Kletterer Transparente mit ihrer Botschaft. Insbesondere die weltgrößten Autobauer wie VW sind gefragt: "Volkswagen, stoppt die Zerstörung der Arktis." VW gibt jedes Jahr Millionen aus, um Lobbyarbeit gegen strengere EU-Klimaziele zu finanzieren.

Etwa 60 Millionen Tonnen CO2 stoßen die innerhalb eines Jahres vom Volkswagen Konzern europaweit verkauften Autos aus. Das ist fast genauso viel wie die beiden größten europäischen Konkurrenten PSA, mit den Marken Peugeot und Citroen, und Ford gemeinsam erzeugen. Und es ist doppelt so viel wie die Autos der deutschen Konkurrenten BMW und Daimler zusammen ausstoßen.

Dabei könnte VW mit seiner längst vorhandenen Spartechnik seine Klimabilanz erheblich verbessern. Doch kommen nur zahlungskräftige Kunden in den Genuss der modernen Technik. Sie wird nur gegen Aufpreis angeboten. Die Mehrkosten für die von VW als Blue Motion oder Blue Motion-Technology bezeichnete Spartechnologie liegen um ein Mehrfaches über den Herstellungskosten.

Aber nicht nur VW wird als Hersteller von Greenpeace zum Handeln aufgefordert. Auch die anderen Autokonzerne sind gefragt. Autos mit sechs Litern Verbrauch sind unverantwortlich, egal von welchem Hersteller. Doch VW muss wegen seines hohen Gesamtaustoßes an CO2 vorangehen. Daher fordert Greenpeace von Volkswagen, seine vorhandene Spartechnik komplett und ohne Aufpreis in Serie zu bringen und seinen Widerstand gegen den Klimaschutz aufzugeben.

Unterstützung dafür bekamen die Greenpeace-Aktivisten von unvermuteter Seite. Volkswagen Belgien lud Greenpeace kurzfristig zum Gespräch ein. Dabei teilten die Belgier den erstaunten Aktivisten mit, dass sie die Greenpeace-Forderungen richtig finden und unterstützen. Zudem befürworten sie, die Blue-Motion-Technologie in Serie einzuführen.

Den Inhalt des Gesprächs wollten die belgischen Volkswagen-Mitarbeiter sogar nach Wolfsburg weitergeben. Und sie wollen sich dafür stark machen, dass Volkswagen-Chef Winterkorn sich mit Greenpeace zu gemeinsamen Gesprächen trifft.

Bilder von der Aktion auf dem Brüsseler Autosalon zeigt unser Video.

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