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Landwirtschaftsministerin Aigner kündigt Überprüfung an

Wird der Anbau von Gen-Mais endlich verboten?

Mit MON 810 des Herstellers Monsanto ist in Deutschland bislang nur eine Sorte gentechnisch veränderter Mais für den Anbau zugelassen. Nun prüft Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) dem Gen-Mais die Zulassung zu entziehen. Den Stimmungswechsel im Landwirtschaftsministerium begründet Aigner mit möglichen Mängeln im vorgeschriebenen Überwachungsplan. Greenpeace hatte ihren Vorgänger Horst Seehofer bereits im März 2008 auf solche Mängel aufwerksam gemacht.

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Wenn Überwachungsmängel beim Anbau durch Monsanto für Aigner entscheidend sind, wird sie schnell fündig werden, kommentiert Alexander Hissting den Schritt der Ministerin. Monsanto untersucht nicht einmal, wie sich der Gen-Mais auf die Organismen im Boden auswirkt. Hissting drängt auf eine schnelle Entscheidung im Ministerium. Frau Aigner muss handeln bevor die Gen-Saat im Boden ist. Ab Mitte April wird in Deutschland Mais gesät - und schon jetzt planen die Landwirte die Bestellung iher Felder.

Nach Medienberichten hat Ministerin Aigner anerkannt, dass Gentechnik von den Verbrauchern und auch von vielen Landwirten nicht gewollt wird. Demnach will sie nun die Einrichtung von gentechnikfreien Ländern und Regionen unterstützen. Bayern hat hier bereits die Initiative ergriffen: Der bayerische Landwirtschaftsminister Söder hat angekündigt, den Versuchsanbau von Gen-Mais in Bayern zu unterbinden. Untertützt wird er dabei vom Vorsitzenden des Deutschen Bauernverbandes Gerhard Sonnleitner, der ein Verbot von Gen-Mais für Bayern fordert.

Gentechnik-Experte Hissting weiß, dass die bayerischen Bürger und Landwirte die Gentechnik auf dem Acker besonders deutlich ablehnen. Wenn die CSU und der ihr nahe stehende Bauernverband mehr wollen als nur Stimmenfang für die Europawahl im Juni, muss Aigner Deutschland zur gentechnikfreien Zone erklären und Sonnleitner ein Gen-Maisverbot für das gesamte Bundesgebiet fordern.

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