Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Verbraucher-Skandal bei Weihenstephan - sagen Sie dem Konzern Ihre Meinung

Weihenstephan spricht Greenpeace jegliche Legitimation ab, im Namen der Verbraucher zu handeln. Die vielen Verbraucher, die sich in den letzten Jahren mit Greenpeace gegen Gentechnik im Essen und Tierfutter eingesetzt haben, sind also laut Weihenstephan keine Verbraucher. Wenn Ihnen Weihenstephans Respektlosigkeit nicht schmeckt, dann sagen Sie der Molkerei dazu Ihre Meinung:

  • /

Seit November letzten Jahres haben Zehntausende Verbraucher bei der Greenpeace-Aktion Der Cent macht's mitgemacht. Sie haben die Molkereien Weihenstephan, Bärenmarke und Allgäuland aufgefordert, ihre Milch ohne Gen-Pflanzen im Tierfutter zu produzieren. Im Mai 2009 wollte die Greenpeace-Gruppe München der Molkerei Weihenstephan 4.000 solcher Protestbriefe übergeben.

Die Molkerei hat in einem öffentlichen Brief an Greenpeace erklärt, dass sie die so bezeichneten Verbraucherzuschriften nicht entgegennehmen werde und hat diese ungeöffnet zurückgeschickt. Begründung: Weihenstephan spricht Greenpeace jegliche Legitimation ab, im Namen der Verbraucher zu handeln. Verbraucher sind für uns allerdings nicht Greenpeace-Mitglieder oder -Sympathisanten, die als Verbraucher getarnt auftreten, nur damit man auf die vermeintlich beeindruckende Zahl von 4000 Zuschriften kommt, heißt es in dem Schreiben.

Die vielen Verbraucher, die sich in den letzten Jahren mit Greenpeace gegen Gentechnik im Essen und Tierfutter eingesetzt haben, sind also laut Weihenstephan keine Verbraucher. Auch alle Menschen, die Greenpeace täglich anrufen, schreiben und mailen, um zu fragen, was sie gegen Gentechnik im Essen machen können, sollen keine Verbraucher sein.

Zigtausende von Menschen, die keine Versuchskaninchen sein wollen, haben unsere Mitmachaktionen an Greenpeace-Ständen bundesweit unterstützt. Sind auch sie keine Verbraucher? Und was ist mit den 500.000 Greenpeace-Förderern, die unsere Arbeit jeden Monat finanziell unterstützen? Sind all diese Menschen keine Verbraucher?

Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage lehnen 78 Prozent der Deutschen Gentechnik im Essen ab. 85 Prozent aller Bürger sind dagegen, dass Tiere mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert werden. Weihenstephan entlarvt sich als ein Unternehmen, dem zwar die Geldbörse der Verbraucher wichtig ist, das aber die Meinung von Verbrauchern ignoriert.

Die Molkerei Weihenstephan setzt sich mit der Ablehnung der an sie gerichteten Briefe selbstherrlich über die Meinung ihrer Kunden und Kundinnen hinweg. Wenn Ihnen Weihenstephans Respektlosigkeit nicht schmeckt, dann sagen Sie der Molkerei dazu Ihre Meinung - telefonisch, per Mail, Fax oder Post:

Molkerei Weihenstephan GmbH & Co. KG
Milchstraße 1
85354 Freising
Telefon: +49 (0) 81 61 / 172 - 0
Telefax: +49 (0) 81 61 / 172 - 100

info@molkerei-weihenstephan.de

Hier das vollständige Schreiben von Weihenstephan.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

„Nur Lippenbekenntnisse“

McDonald’s versagt mit seiner Billigstrategie aus Gentechnik, Massentierhaltung und Antibiotika. Greenpeace-Agrarexpertin Stephanie Töwe über Ignoranz und Umsatzeinbußen.

(K)eine Sache der Haltung

Tierwohl ist mehr als nur eine Frage der Haltung. Dabei spielt auch Gentechnik im Futter eine wichtige Rolle. Selbstverpflichtungen reichen nicht aus, Gesetze müssen her.

Erfolg im Kampf gegen Gentechnik

Die REWE-Group hat angekündigt, bei ihren Eigenmarken zukünftig auf Gen-Soja und auf Soja aus Südamerika im Futter der Nutztiere zu verzichten. Das Unternehmen will auf heimische...