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Schleichende Verunreinigung auf dem Acker

Der Anbau von gentechnisch veränderten Maissorten ist in Deutschland verboten. Dennoch gelangt jedes Jahr genmanipuliertes Saatgut auf den Acker. Stichproben aus der Frühjahrsbeprobung ergaben, dass mindestens sechs Prozent der Saatgutproben mit Gen-Mais kontaminiert sind. Das Problem: Importiertes Saatgut aus Ländern, in denen kein Anbauverbot für Gen-Mais herrscht.

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Auf den Feldern brummt und knattert es. Der Landwirt pflügt, pflanzt und düngt. Bald prägen saftig grüne Maisfelder wieder das Bild ländlicher Gebiete. Goldgelb leuchtet der Maiskolben im Sommer bis die Menschen seinen erfolgreichen Anbau beim Erntefest im Herbst feiern.

Doch die Landidylle trügt. Was sich nach Natur pur anhört, ist es nicht. Stichproben ergaben, dass sich genmanipulierter Mais im Saatgut vieler importierter Maissorten befindet. Dies ist das Ergebnis von Saatgut-Untersuchungen der Bundesländer, die Greenpeace und Bioland heute veröffentlichen.

Außer den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen testen die Bundesländer jedes Frühjahr Maisproben auf gentechnische Verunreinigungen. Bis auf zwei - Niedersachsen und Rheinland-Pfalz - haben alle Länder ihre Ergebnisse mitgeteilt: In Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Schleswig-Holstein, Hessen, Brandenburg, Bayern und Baden-Württemberg wurden die Behörden fündig. Insgesamt waren von 323 Stichproben 21 positiv.

Eine Probe aus Schleswig-Holstein enthielt jedoch gleich vier Gen-Maislinien (Mon88017, Mon89034, Nk603 und Mon810), die in Deutschland nicht angebaut werden dürfen. In Schleswig-Holstein waren zwei von sechs Proben mit Gentechnik verunreinigt, in Nordrhein-Westfalen beispielsweise zwei von zwölf. Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt haben derzeit noch keine Auskunft erteilt.

Oftmals kommen die Ergebnisse der Untersuchungen des Saatgutes erst, wenn es bereits auf dem Markt ist. Zu spät, weiß Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. Selbst wenn die positiv getesteten Partien aus dem Handel genommen wurden, bleibt Importware riskant. Es wird nur stichprobenartig getestet, in Bayern beispielsweise nur sechs Prozent des gesamten Saatgutes. Landwirten sollten Mais-Saaten erwerben, die in Deutschland vermehrt wurden. Hier ist der Gen-Maisanbau verboten.

Obwohl die Höhe der Verunreinigung in etwa gleich geblieben ist, sind die Ergebnisse alarmierend. Verunreinigtes Saatgut kann dazu führen, dass sich Gen-Pflanzen unkontrolliert ausbreiten und in die Nahrungskette gelangen, sagt Hofstetter. Damit die Ergebnisse der Frühjahrserprobung nicht erst nach Aussaat vorliegen, drängen Greenpeace und Bioland darauf, dass die Prüfung bis zum 31. März jedes Jahr abgeschlossen ist.

Greenpeace und Bioland haben die Ergebnisse nach dem Umweltinformationsgesetz abgefragt. Hersteller und Sorten-Bezeichnungen der verunreinigten Saaten werden heute auf den Internetseiten von Greenpeace und Bioland veröffentlicht.Im Hinblick auf die Häufung von Verunreinigungen in Saatgut fordern Greenpeace und Bioland umfassendere Kontrollen und rechtzeitige Veröffentlichungen der Ergebnisse vor der Maisaussaat.

 

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