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Monsanto-Gen-Mais schlägt bei Ratten auf Herz und Nieren

Auch der Gen-Mais NK603 der Gentechnikfirma Monsanto ist möglicherweise gesundheitsgefährdend. Das ist das Ergebnis eines heute von Greenpeace vorgestellten Reports der französischen Expertengruppe CRIIGEN (Committee for Independent Research and Information on Genetic Engineering). Ähnlich wie bei Monsantos Gen-Mais MON863 war es auch bei Gen-Mais NK603 in Rattenversuchen zu Funktionsveränderungen bei Nieren, Gehirn, Herz und Leber gekommen. Die Daten für die jetzt vorliegende Auswertung stammen von Monsanto selbst. Sowohl NK603 als auch MON863 sind in Deutschland als Lebens- und Futtermittel zugelassen.

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Wer diesen Gen-Mais zulässt, macht Verbraucher zu Versuchskaninchen, sagt Christoph Then, Gentechnikexperte von Greenpeace. Der von uns vorgestellte Report zeigt, dass die Risikoprüfung von Gen-Saaten in der EU nicht funktioniert. Die zum Teil manipulierten Angaben der Industrie werden nicht wirklich überprüft. Es findet keine unabhängige Risikoforschung statt.

Der Gen-Mais NK603 wurde bereits 2004 für die Verwendung in Lebens- und Futtermitteln in der EU zugelassen. Für den kommerziellen Anbau ist der Gen-Mais in Deutschland nicht zugelassen. Durch die Manipulation mit Bakteriengenen hat Monsanto den Mais gegen das firmeneigene Spritzmittel Roundup Ready resistent gemacht. MON 863 ist dagegen ein sogenannter BT-Mais, das heißt, er produziert sein eigenes Insektengift.

Beim Gen-Mais MON863 hat es mehr als ein Jahr gedauert, bis Greenpeace die Studie zu den Ratten-Fütterungsversuchen in die Hand bekam. Sie war von Monsanto als vertrauliche Betriebsinformation qualifiziert worden und wurde erst im Juni 2005 nach einem Gerichtsurteil herausgegeben. Wissenschaftler bestätigten danach, dass der Gen-Mais MON863 alles andere als unbedenklich ist.

Ähnlich sieht es bei dem Gen-Mais NK603 aus. Die vorliegenden Daten sollen jetzt weiter untersucht werden. Falls diese Auswertung zu keinem eindeutigen Ergebnis führt, müssen weitere Fütterungsstudien durchgeführt werden, fordert Professor Gilles Eric Seralini, der sowohl CRIIGEN als auch der französischen Zulassungsbehörde CGB (Commission du Génie Biomoléculaire) angehört.

Greenpeace fordert einen Stopp der Zulassung und des Anbaus von Gen-Pflanzen in der EU, eine vollständige Neuorganisation der Europäischen Zulassungstelle EFSA (European Food Safety Authority) und wesentlich höhere Anforderungen an die Risikoabschätzung von Gen-Saaten.

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