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Landliebe bald ohne Gen-Milch

Erfolg für Greenpeace: Wo Landliebe draufsteht, soll künftig keine Gen-Milch mehr drin sein. Der Molkerei-Konzern Campina/Landliebe will ab September 2007 nur noch Futter aus Europa an seine Milchkühe verfüttern lassen. Schluss soll auch mit Gen-Soja und Soja aus Urwaldzerstörung sein. Damit reagiert der Molkereikonzern auf die seit zwei Jahren laufende Greenpeace-Kampagne gegen Gen-Milch.

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Landliebe ist somit die erste große konventionelle Milchmarke in Deutschland, die weitestgehend ohne Gen-Pflanzen produziert wird. Zudem verpflichtet sich der Konzern, auf Soja aus Urwaldzerstörung zu verzichten. Gerade die Soja-Produktion stellt große ökologische Probleme dar. Nicht selten werden Urwälder gerodet, um Futter in riesigen Monokulturen für europäisches Milchvieh anzubauen.

Greenpeace hat den Milchmarkt aufgemischt. Jetzt müssen andere große Molkereien ihre Einkaufspolitik ebenfalls umstellen. Wer jetzt noch Gen-Soja an Milchkühe verfüttert, hat einen enormen Wettbewerbsnachteil beim Verbraucher, erklärt Alexander Hissting, Gentechnik-Experte von Greenpeace.

Gerade den Verbrauchern ist dieser Erfolg zu verdanken. Tausende haben sich an den Mitmachaktionen von Greenpeace beteiligt und per E-Mail oder Postkarte, Milchprodukte gefordert, die ohne diese Risikotechnologie hergestellt wurden. Und rund 2,3 Millionen Verbraucher haben sich über den Ratgeber Essen ohne Gentechnik informiert, welche Firmen für die Produktion von Milch, Eier oder Fleisch Gen-Pflanzen nicht ausschließen. Darunter namhafte Marken wie Müllermilch, Weihenstephan, Ehrmann oder Bauer.

Ob Campina gänzlich auf Gen-Pflanzen verzichtet ist noch unklar. Der Grund: Campina hat noch keine Verzichtserklärung zu Gen-Mais-Futter abgegeben. 2006 konnte Greenpeace nachweisen, dass Gen-Mais an Campinas Milchkühe verfüttert wurde. Campina behauptet jedoch, dass Landliebe-Kühe keinen Gen-Mais bekommen. Demnach würde die fragliche Gen-Milch über andere Produkte der Firma Campina verkauft.

Die unerkannte Verwendung von Gentechnik bei der Herstellung von Milchprodukten ist auf eine Lücke im Gesetz zurückzuführen. Lebensmittel, die direkt genmanipulierte Zutaten enthalten, müssen zwar gekennzeichnet werden. Doch bei Milch, Eiern und Fleisch von Tieren, die mit Gen-Pflanzen gefüttert werden, muss es keine entsprechenden Hinweise geben.

Wir fordern Campina/Landliebe auf, jetzt für Klarheit zu sorgen und Gen-Pflanzen ganz aus dem Futtertrog der Milchkühe zu verbannen. Greenpeace wird auch künftig überprüfen, ob die Verbraucher sich auf die Qualität von Campina Produkten verlassen können, sagt Hissting.

(Autorin: Anja Franzenburg)

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