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Indien: Betrug mit Gen-Baumwolle entlarvt

Einem Betrugsskandal bei der Zulassung von Gen-Baumwolle ist Greenpeace in Indien auf die Schliche gekommen. Am Donnerstag veröffentlichte Greenpeace zusammen mit der lokalen Jugendorganisation Sarvodaya zwei Berichte der staatlichen Landwirtschaftsbehörde. Während im Original der Einsatz von Gen-Baumwolle in Indien als Fehlschlag dargestellt wurde, werden in der zweiten, deutlich erkennbar überarbeiteten Fassung die Ernteerträge übertrieben. Diese Neufassung sollte der indischen Behörde Genetic Engineering Approval Committee (GEAC) vorgelegt werden, die über die Zulassung der Gen-Baumwolle wacht.

Der Bericht wurde aufgrund einer gemeinsamen Absichtserklärung des Gentechnikkonzerns Monsanto und der Regierung von Andhra Pradesh in Auftrag gegeben. Der gefälschte Bericht ist ein klarer Beweis für Absprachen zwischen der Regierung und dem Unternehmen Monsanto, erklärte Gentechnik-Expertin Divya Rahunandan von Greenpeace Indien. Die ganz offensichtlich manipulierten Daten lassen ernste Zweifel an der Glaubwürdigkeit jeglicher Daten von GEAC zu Gen-Baumwolle aufkommen. Jede Entscheidung zugunsten des Anbaus von Gen-Baumwolle zeugt nur davon, dass sich GEAC von Monsanto Zuwendungen erhofft.

Indien ist der drittgrößte Baumwollproduzent der Welt. Damit ist die Entscheidung über die so genannte BT-Baumwolle von weitreichender Bedeutung. Rahunandan: Gentechnik ist nicht die Lösung für das Pestizid-Problem. Denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Resistenzen herausbilden und die Bauern neues Saatgut brauchen. Ein anderer Punkt ist die Verunreinigung. Sie bedroht die Artenvielfalt. Und das macht uns große Sorgen. (us)

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