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Illegaler Gen-Mais aus den USA gefunden

In Rotterdam ist in der EU verbotener Gen-Mais aus den USA aufgetaucht. Der Frachter Pakrac hatte Maisgluten geladen, in dem bei unabhängigen Laboranalysen nun der Gen-Mais Herculex RW gefunden wurde. Die Proben aus der Ladung hatte der Kapitän des Schiffes Greenpeace zur Verfügung gestellt. Herculex RW ist zwar in den USA zugelassen, nicht aber in der EU. Maisgluten dient vorrangig als Tierfutter beispielsweise für Milchkühe. Neben dem illegalen Gen-Mais konnte auch der umstrittene Gen-Mais MON863 nachgewiesen werden. Er steht im Verdacht, gesundheitliche Schäden zu verursachen. Unklar ist zurzeit, ob die Ladung noch in Rotterdam lagert oder bereits auf den Markt gelangt ist.

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Es ist ein Skandal, dass illegaler Gen-Mais ungehindert als Tierfutter verkauft und damit in die Herstellung unserer Lebensmittel eingeschleust wird, sagt Ulrike Brendel, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Der Vorfall belegt, dass sich Gen-Pflanzen nicht kontrollieren lassen. Die EU-Kommission muss unverzüglich einen Importstopp für Mais aus den USA verhängen. Und es muss dafür gesorgt werden, dass solche Skandale verhindert werden.

Bei dem jetzt entdeckten Gen-Mais Herculex RW der Firma Pioneer/Dow Agrosciences handelt es sich um eine Version eines sogenannten Bt-Maises. Er produziert ein Gift, dass auf den Maiswurzelbohrer tödlich wirkt. Dieses ist bisher kaum erforscht und nur in diesem speziellen Gen-Mais vorhanden. Auch hat eine Fütterungsstudie des Saatgut-Konzerns Pioneer Auffälligkeiten im Blutbild der Versuchstiere gezeigt. Dennoch stuft die für die Risikobewertung zuständige Behörde der EU, die European Food Safety Authority (EFSA), den Herculex-Mais als unbedenklich ein.

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