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Hershey Schokoriegel: Gen-Alarm!

Gen-Kartoffeln auf dem Acker, Gen-Mais-Verunreinigungen im Saatgut und nun auch noch Gen-Zucker in der Schokolade. In Schokoriegeln des amerikanischen Süßwarenherstellers Hershey ist Zucker aus genveränderten Zuckerrüben, Soja und Mais enthalten. Die auch in Deutschland verkauften Produkte sind hierzulande die ersten Lebensmittel mit genmanipuliertem Zucker.

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Die Schokoriegel Reese´s Peanut Butter Cups und Nutrageous sind mit einer genveränderten Zuckerrübe gesüßt und waren in bekannten Geschäften wie Karstadt/Perfetto, Rewe und Edeka, in Tankstellen, Videotheken und Coffee-Shops zu kaufen. Greenpeace forderte die Händler auf, die betroffenen Waren aus dem Sortiment zu nehmen. Rewe und Karstadt/Perfetto haben bereits reagiert und die Produkte aus dem Regal genommen. Von Edeka gibt es bisher keine Antwort.

Mit den Gen-Schokoriegeln wird versucht, Genfood in Deutschland salonfähig zu machen. Die Supermarktketten und andere Anbieter mischen still und heimlich den genmanipulierten Schokoriegel in ihr Schokoladensortiment und bauen darauf, dass es die Kunden nicht merken, sagt Alexander Hissting, Gentechnikexperte von Greenpeace.

Die genmanipulierte Zuckerrübe des Agrarkonzerns Monsanto und des deutschen Saatgutherstellers KWS Saat AG wird seit 2007 in den USA angebaut und darf als Lebens- und Futtermittel in die EU importiert werden. Allerdings will die Mehrzahl der deutschen Verbraucher keine Gen-Produkte im Essen.

Obwohl die USA für ihre Pro-Gentechnik-Politik bekannt sind, gibt es auch dort die Abneigung gegen Gentechnik auf dem Acker und in Lebensmitteln. 95 Prozent der Zuckerrübenernte sind bereits genmanipuliert. Zahlreiche Organisationen und Initiativen reagieren darauf mit Boykottaufrufen gegen die Produkte großer Lebensmittelkonzerne wie Kellogg's, Hershey und M&M Mars. Diese wollen nicht garantieren, dass sie auf Zucker aus Gen-Zuckerrüben verzichten.

Zucker ist ein wichtiger Rohstoff bei unserer Lebensmittelproduktion und insbesondere bei Süßigkeiten eine der Hauptzutaten, hier hat die Gentechnik nichts verloren, weiß Hissting.

Die Gefahren von genmanipulierten Lebensmitteln auf die menschliche Gesundheit sind bisher noch nicht ausreichend erforscht. Der Anbau von genetisch veränderten Zuckerrüben gefährdet zudem die Umwelt sowie die herkömmliche und ökologische Landwirtschaft. Wie bei anderen Gen-Pflanzen birgt die Zuckerrübe die Gefahr der Vermischung. Die Zuckerrübe kreuzt sich leicht mit artverwandten Wild- und Kulturpflanzen wie Mangold, Rote Bete und der Wildrübe und gibt so ihre Gene weiter.

Die süßen Leckereien von Hershey sind daher eher mit Vorsicht zu genießen. Um die Ausbreitung von Gen-Pflanzen weltweit NICHT zu unterstützen, fordert Greenpeace Händler und Verbraucher auf, die Finger von riskanten Gen-Produkten wie Reese's Peanut Butter Cups und Nutrageous zu lassen.

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