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Gentechnikfreies Raps-Saatgut ist möglich

2012 wurden bei fünf von 337 Rapssaatgut-Proben gentechnisch veränderte Verunreinigungen festgestellt. Das ist das Ergebnis der Saatgutanalysen der deutschen Bundesländer, das Greenpeace und Bioland bei den zuständigen Behörden abgefragt haben.

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Die fünf positiven Proben wurden in Baden-Württemberg gefunden. Im konventionellen Saatgut Artoga von der Firma Limagrain aus Niedersachsen wurden Verunreinigungen mit genetischem Material unbekannter Herkunft nachgewiesen. Es wurde vor der Aussaat aus dem Verkehr gezogen.

Die Behördenabfrage zeigt, dass staatliche Kontrollen extrem wichtig und sinnvoll sind und sauberes Saatgut möglich ist. Die Reinheit des Saatguts ist für eine gentechnikfreie und nachhaltige Landwirtschaft sowie für die Wahlfreiheit der Verbraucher existenziell, sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland. Die Nulltoleranz für Saatgut muss auch zukünftig bestehen bleiben. Dafür brauchen wir auch weiterhin strenge Kontrollen.

Seit Jahren fordert die Saatgut-Industrie, Schwellenwerte für gentechnisch verunreinigtes Saatgut zu etablieren. Auf der EU-Ebene wird derzeit bereits an einem Vorschlag zum Aufweichen dieser sogenannten Nulltoleranz gearbeitet, obwohl das mit nationalem und europäischem Recht nicht vereinbar wäre. Dies würde die europäische Sicherheitsbewertung aushebeln.

Verunreinigungen mit Gentechnik bergen unkalkulierbare Risiken

Die Sicherheitsbewertung von Gen-Pflanzen reicht derzeit nicht aus, um gesundheitliche und ökologische Schäden ausschließen zu können. Ein Reinheitsgebot für Saatgut ist absolut notwendig, sagt Stephanie Töwe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. Saatgut ist die Basis unserer Nahrungskette, da bedeutet jede Verunreinigung mit Gentechnik - auch wenn sie nur bei 0,1 Prozent liegt - ein unkalkulierbares Risiko.

Einmal in die Umwelt freigesetzt sind Gen-Pflanzen nicht mehr rückholbar und breiten sich beispielsweise durch Pollenflug oder Insekten unkontrolliert aus. Ein Eingriff in die Pflanze kann die Entstehung von unerwünschten Stoffen mit riskanten Nebenwirkungen hervorbringen. Mit dem Anbau von Gen-Pflanzen geht der zusätzliche Einsatz von giftigen Pestiziden einher, die das Trinkwasser verschmutzen und die Pflanzenvielfalt bedrohen.

Greenpeace und Bioland fordern weiterhin eine strenge und lückenlose Kontrolle allen Saatguts sowie die Aufrechterhaltung der Nulltoleranz von Verunreinigungen bei Saatgut.

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