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Gen-Raps vom Zug gefallen?

Diesen Sommer wuchs in der Schweiz ausgewilderter Gen-Raps. Dies zeigt eine Untersuchung von zwei Wissenschaftlern sowie eine Studie des Bundesamts für Umwelt (Bafu) in der Schweiz. Und das, obwohl die Freisetzung von genmanipuliertem Raps in Europa verboten ist.

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Die Gen-Pflanzen wurden an einem Bahndamm gefunden. Eine bereits vorher durchgeführte Untersuchung bestätigte Gen-Raps in Lugano. Es ist davon auszugehen, dass genmanipulierter Raps von mit Raps beladenen Güterwaggons runtergefallen ist. Dabei handelt es sich um einen Gen-Raps des US-Konzerns Monsanto. Die Pflanze wurde so manipuliert, dass sie Giftduschen mit dem konzerneigenen Herbizid Roundup überlebt - damit wurden auch die Bahndämme besprüht.

Gentechnik verzeiht keine Fehler, sagt Dirkt Zimmermann, Biologe bei Greenpeace Deutschland. Die Verbreitungswege von Gen-Pflanzen sind unkontrollierbar, der Import vermehrungsfähigen Gen-Rapses ist daher ein unverantwortliches Risiko.

Es sei davon auszugehen, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist, erklärt Greenpeace Schweiz. Rapssamen überleben im Boden viele Jahre. Einmal im Freiland, sind Gen-Pflanzen sehr schwer oder gar nicht wieder aus der Umwelt zu entfernen. Gerade Raps verbreitet sich schnell. So kann Gen-Raps konventionell oder ökologisch bewirtschaftete Felder, Ernten und Saatgut verunreinigen. Greenpeace Schweiz fordert daher, dass das Bafu rigorose Maßnahmen umsetzen muss, um eine weitere Verunreinigung womöglich auch von schweizer Ackerflächen zu stoppen.

Während vor allem in Nord- und Südamerika Gen-Pflanzen angebaut werden, ist in Europa der Widerstand gegen diesen Anbau und gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel sehr groß. Dort zeigt sich, dass die Koexistenz, also das Nebeneinander, von ökologischer oder konventioneller Landwirtschaft und Gen-Landwirtschaft nicht möglich ist. Kanadische Bauern etwa können heute schon keinen gentechnikfreien Raps mehr garantieren. Ursache sind weit verbreitete Verunreinigungen von gentechnikfreier Ware und die sehr schnell voranschreitende Konzentration im Saatgutmarkt.

(Quelle: Greenpeace Schweiz)

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