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Gen-Mais-Studie: Mittendrin die Versuchstiere ausgetauscht

Die TU München hat am Dienstag die Ergebnisse einer Fütterungsstudie mit dem Gen-Mais Mon810 vorgestellt. Studienleiter Prof. Heinrich Meyer will mit der Studie aufzeigen, dass von dem Gen-Mais des US-Agrarkonzerns Monsanto keine gesundheitlichen Gefahren für Milchkühe ausgehen.

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Aus der Studie von Professor Meyer lassen sich keine abschließenden Erkenntnisse über die Risiken des Gen-Maises gewinnen, stellt Alexander Hissting von Greenpeace fest. Der Landwirtschaftsexperte kritisiert deutliche Mängel in Konzeption und Durchführung des Fütterungsversuchs. Zum Beispiel wurden 36 von 54 Kühen während des Versuchs ausgewechselt. Und nur neun Tiere wurden über die gesamte Versuchsdauer mit Gen-Mais gefüttert. Die von der TU entwickelten Testmethoden seien zudem nicht, wie sonst üblich, von anderen Laboren überprüft worden.

Von Monsanto stammt auch der Gen-Mais MON 863. Im März 2007 stellten französische Wissenschaftler bei Fütterungsversuchen mit Ratten negative Auswirkungen auf die Gesundheit fest. Die mit dem Gen-Mais Mon863 gefütterten Tiere zeigten Vergiftungssymptome und Schädigungen von Leber und Nieren. Die EU-Kommission hat den importierten Gen-Mais trotzdem als Futtermittel in Europa zugelassen, so Hissting.

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