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Gen-Kartoffel Amflora: komplett vernichtet

Auch die letzten Überbleibsel der im letzten Jahr auf 15 Hektar angebauten Gen-Kartoffel Amflora sind vernichtet worden. Man habe sich für anderes Saatgut entschieden, hieß es aus dem Hause BASF, Entwickler und Vermehrer der Kartoffel. Berichte, das Saatgut sei übermäßig mit Viren und Pilzen belastet und somit für Anbau und Vermehrung ungeeignet gewesen, wollte die BASF Greenpeace gegenüber nicht bestätigen.

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Vorgesehen waren die noch verbliebenen 120 Tonnen der in Mecklenburg-Vorpommern geernteten Gen-Knollen für die Verwendung als Saatgut. 18 Tonnen waren bereits kurz nach der Ernte 2010 aus dem Verkehr gezogen worden - aufgrund von befürchteten Verunreinigungen mit der nicht zugelassenen, ebenfalls gentechnisch veränderten Sorte Amadea.

Keiner will sie

Zu Lieferengpässen von Amflora-Saatgut dürfte es trotz der Vernichtung der Kartoffeln nicht kommen, sagt Dirk Zimmermann, Gentechnikexperte von Greenpeace. Ein Interesse der Landwirtschaft am Anbau der Amflora ist nicht zu verzeichnen, daher reduziert sich der Anbau 2011 auf gerade einmal zwei Hektar - zu Demonstrationszwecken durch die Industrie selbst. Laut BASF wolle man dabei Anbauerfahrung sammeln und weitere Überzeugungsarbeit leisten.

Die Hartnäckigkeit, mit der BASF an der offensichtlich am Markt gescheiterten Amflora festhält, lässt nicht unbedingt auf Lernfähigkeit schließen, so Zimmermann. Bleibt zu hoffen, dass dies zumindest für die Kontrolle des Saatguts für den Anbau in diesem Jahr gilt. Dieses stammt aus Schweden, von wo aus im Vorjahr auch die Amadea-kontaminierten Knollen bezogen worden waren.

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