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EU-Handelsketten sagen nein zu Gen-Food

Wie sieht es unter den europäischen Lebensmittelherstellern und großen Handelsketten mit dem Einsatz gentechnisch veränderter Zutaten aus? Greenpeace hat 60 der großen Player auf dem EU-Markt gefragt. Erfreuliches Ergebnis: 49 von ihnen teilten mit, dass sie keine Gentechnik in ihren Hausmarken einsetzen.

Produkte, die gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten, müssen seit April 2004 in der gesamten EU gekennzeichnet werden. In der EU findet man so gut wie keine solche Produkte in den Regalen. Dieses Resultat steht in einem neuen Greenpeace-Bericht: EU Markets Report.

Die fast flächendeckende Ablehnung von Gen-Lebensmittel unter den europäischen Verbrauchern besteht schon seit einigen Jahren. Die Vermeidung von genmanipulierten Bestandteilen über die Zeit macht deutlich, dass man im großen Maßstab durchaus darauf verzichten kann. Eine Ahnung von der Größe des EU-Marktes vermittelt folgende Zahl: die EU-Unternehmen der Nahrungs- und Getränkebranche setzen jährlich 1.000 Milliarden Euro um.

Dennoch gibt es nach wie vor ein Gebiet, wo Gen-Pflanzen zum Einsatz kommen. Rund 90 Prozent der nach Europa importierten Gen-Pflanzen landen in den Futtertrögen europäischer Schweine, Hühner und Rinder, stellt Alexander Hissting, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace fest. Über Milch, Eier und Fleisch gelangt die Gentechnik so letzten Endes wieder auf unsere Teller.

Die EU-Kennzeichnungsverordnung sieht für tierische Produkte keine Kennzeichnungspflicht vor, auch wenn sie mit Gen-Futter produziert wurden. Hissting fordert: Die europäische Lebensmittelindustrie soll konsequent dem Verbraucherinteresse folgen und auch darauf hinwirken, dass Gen-Pflanzen im Tierfutter nicht mehr vorkommen. Dafür macht sich Greenpeace bei den Unternehmen stark.(mir)

Sie wollen Namen und Fakten? Die stehen im "EU Market Report" (PDF, 2,1 MB; auf Englisch)

Über bislang in der EU von Greenpeace-Gen-Detektiven gefundene Lebensmittel mit Kennzeichnung können Sie sich informieren. (auf Englisch)

Wie die Situation in Deutschland aussieht erfahren Sie auf den Seiten des Greenpeace-EinkaufsNetzes.

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