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Erstmals Anbau von Gen-Soja in der EU?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine genmanipulierte Sojapflanze positiv für den Anbau in der EU bewertet. Doch es bestehen erhebliche Zweifel an ihrer Risikobewertung. Nun muss die Europäische Kommission über die Zulassung entscheiden. Der Verbraucherschutz muss dabei im Zentrum stehen, fordert Greenpeace.

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Roundup-Ready-Soja, ein Produkt des US-Agrochemiekonzerns Monsanto, gedeiht möglicherweise bald auch auf europäischen Äckern. Die Sojapflanze ist resistent gegen das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, auch als Roundup bekannt. Das Saatgut wird zusammen mit dem dazu passenden Spritzmittel verkauft. In Erwartung von Milliardengewinnen drängt Monsanto auf den europäischen Markt. Dass ein großer Teil der Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnt, hält die Konzerne offenbar nicht ab.

Monsanto wirbt damit, dass bei ihrer Sojapflanze ein geringerer Einsatz von Pestiziden notwendig ist. Die Praxis in den USA zeigt jedoch, dass das Gegenteil der Fall ist. Denn auch Unkräuter entwickelten eine Immunität gegen Glyphosat. Eine immer größere Menge des Gifts muss auf die Felder - und damit in die Umwelt - gesprüht werden, um die Unkräuter abzutöten. Herbizid-tolerante Gen-Pflanzen haben längst ihr Versagen in der Anbaupraxis bewiesen. Die EFSA vernachlässigt in ihrer Bewertung diese Erfahrungen, genauso wie sie offensichtliche Risiken ignoriert, kritisiert Dirk Zimmermann, Gentechnik-Experte bei Greenpeace.

Risiken für Mensch und Umwelt

Die negativen Auswirkungen von Glyphosat für die Umwelt und die menschliche Gesundheit sind bisher nicht hinreichend geklärt. Sogar die EFSA räumt in ihrem Gutachten ein, dass der Anbau von Roundup-Ready Soja unter bestimmten Bedingungen zu Umweltschäden führen könne. Dennoch: Wenn es nach der EFSA geht, werden auf europäischen Feldern bald gentechnisch veränderte Pflanzen wachsen. Sie bewerteten die genmanipulierte Roundup-Ready-Soja als unbedenklich.

Jetzt liegt die Entscheidung über den Anbau der Gen-Soja bei der EU-Kommission und den Mitgliedsländern. EU-Kommissar John Dalli, Genfood-Befürworter, würde eine Zulassung begrüßen. Laut einem Rechtsgutachten des unabhängigen Instituts Testbiotech würde die Anbauzulassung jedoch gegen geltendes EU-Recht verstoßen. Denn: Die EFSA hat weder die Risiken des Anbaus ausreichend geprüft, noch ist eine Untersuchung der Auswirkungen von Giftrückständen auf die menschliche Gesundheit erfolgt oder für die Zukunft geplant. Dabei geben neue Studien Anlass zur Sorge: Glyphosat wurde in Laborversuchen wiederholt mit Erbgutschädigungen in Verbindung gebracht.

Schon bei der Diskussion über die Zulassung der Gen-Kartoffel Amflora von BASF stand die Risikobewertung der EFSA in der Kritik. 2009 hatte die Behörde sich für eine Zulassung ausgesprochen, obwohl die Meinungen innerhalb des Gremiums geteilt waren. Negative Auswirkungen beim Verzehr oder der Verfütterung der Gen-Kartoffel konnte die EFSA auch hier nicht ganz ausschließen.

EU-Kommission muss zum Wohle des Verbrauchers entscheiden

Die Gefährdung von Mensch und Umwelt zur Profitsteigerung von Unternehmen wie Monsanto oder BASF ist völlig inakzeptabel, sagt Dirk Zimmermann. Über die Zulassung der genmanipulierten Soja für den Anbau ist noch nicht endgültig entschieden. Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner hat sich in diesem Fall auf die Seite der Verbraucher gestellt. Sie spricht sich gegen eine Lockerung der Regeln zur Gentechnik in Lebensmitteln aus und lehnt den Anbau von Gen-Soja ab. Frau Aigner muss ihren Worten nun Taten folgen lassen und sich auf EU-Ebene gegen Anbauzulassungen für Gen-Pflanzen stark machen. Agro-Gentechnik ist keine Zukunfts- sondern eine Risikotechnologie.

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