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Erste Hilfe für EU-Umweltminister

Dass sie ernstlich erkrankt sind, hatten sie wohl nicht geahnt: Die EU-Umweltminister, die sich am heutigen Montag in Luxemburg zum EU-Umweltministerrat treffen, wurden am Morgen bereits mit Krankenwagen erwartet. Greenpeace-Aktivisten verteilten lebensrettende AntiCorp-Pillen an die Politiker, die helfen sollen, die Lügen der Gentechnikindustrie zu bekämpfen.

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Auf der Ministerratsagenda stehen richtungweisende Diskussionen um die zukünftige Zulassungsprozedur für gentechnisch modifizierte Pflanzen, kurz GMOs. Damit Entscheidungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der Landwirtschaft, der Biodiversität und der Lebensmittelsicherheit gefördert werden, entwickelte Greenpeace das Medikament AntiCorp , das Viren der pro GMO Lobby bekämpft.

Die EU ist noch immer nicht in der Lage, Langzeitauswirkungen von gentechnisch modifizierten Pflanzen auf die Umwelt, auf die Biodiversität und auf unsere Gesundheit zu evaluieren. Die EU-Umweltminister müssen jetzt handeln, um unsere Lebensmittel und unsere Landwirtschaft zu schützen, erklärt Marco Contiero, Gentechnikexperte bei Greenpeace.

Noch immer weist die aktuelle Zulassungsprozedur für GMO in der EU fundamentale Mängel auf. Langzeitauswirkungen von GMO, Gutachten über Auswirkungen auf die Biodiversität, kontroverse wissenschaftliche Studien, aber auch Einwände von EU-Mitgliedsstaaten werden systematisch ignoriert. Auch Veränderungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverfahren, Verluste an traditionellem landwirtschaftlichen Wissen, sowie die Risiken und die Konsequenzen von GMO-Verseuchungen werden im EU-Prozess ebenfalls nicht in Betracht gezogen.

Eine breite Mehrheit der EU-Bevölkerung lehnt GMO ab. Dies ist den Ministern auch bekannt. Es ist höchste Zeit, dass die EU-Umweltminister sich für eine Verbesserung der aktuellen Zulassungsprozedur in der EU aussprechen, um damit der Gentechnik den Weg in unsere Felder und Teller zu verwehren, betont Marco Contiero.

Greenpeace fordert von den EU-Umweltministern, dass alle Umweltrisiken von GMOs mit der nötigen wissenschaftlichen Kompetenz unabhängig evaluiert und geltende europäische GMO-Richtlinien respektiert werden. Außerdem müssen Maßnahmen erfolgen, um die gentechnische Verseuchung von Saatgut zu verhindern. Mitgliedstaaten der EU sollen zudem das Recht erhalten, gentechnikfreie Zonen zu definieren.

Die Umweltminister müssen Europa vor einer falschen Diskussion über GMO bewahren. Nur eine moderne, nachhaltige Landwirtschaft, welche Mensch und Umwelt schützt und die natürlichen Ressourcen nicht zerstört, kann weltweit Nahrungs- und Lebensmittelsicherheit garantieren, erklärt Marco Contiero.

(Autorin: Simone Wiepking)

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