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Erneuter Gen-Mais-Alarm

In Hessen ist konventionelles Mais-Saatgut aufgetaucht, dass mit einem erheblichen Anteil Gen-Mais verunreinigt ist. Es stammt vom US-Agrokonzern Pioneer. Die Menge hätte für 20 Hektar Anbaufläche gereicht. Das Saatgut wurde jedoch noch vor der Aussaat entdeckt und zurückgezogen, berichtet die Frankfurter Rundschau am Freitag.

Die Verunreinigung wurde durch den Gen-Mais MON 810 des US-Gentechnikgiganten Monsanto verursacht. Er ist für den Anbau zugelassen. Gen-Saatgut muss jedoch für den Landwirt erkennbar sein. Jeder der betroffenen Landwirte hätte den Anbau nach dem Gentechnikgesetz anmelden müssen. Dies gilt auch für verunreinigtes konventionelles Saatgut.

Bei dem jetzt aufgedeckten Fall von Verunreinigungen handelt es sich schon um den zweiten, der im Laufe eines Monats bekannt wurde. Ende März erfuhr die Öffentlichkeit, dass das Schweizer Gentechnikunternehmen Syngenta vier Jahre lang in den USA Gen-Maissaatgut (Bt11) verkaufte, dass mit einer nicht zugelassenen Gen-Maissorte (Bt10) verunreinigt war. Der betroffene Mais ist auch nach Europa gelangt.

"In Hessen hat sich erneut gezeigt, wie schlampig die Kontrollen gehandhabt werden", kritisiert Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenpeace. "Und es bestätigt sich: Gen-Mais lässt sich nicht kontrollieren. Deshalb fordert Greenpeace von Landwirtschaftsministerin Renate Künast ein Anbauverbot." (mir)

Weitere Informationen zu dem Syngenta-Skandal finden Sie auf unserer Seite: "Was verheimlicht Syngenta noch?"

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