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Danone bald ohne Gentechnik

Der deutsche Ableger des Konzerns Danone plant eine Umstellung auf gentechnikfreie Futtermittel für die Herstellung der Milchprodukte in seinem Werk in Ochsenfurt. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre sollen die Produkte Activia und Dany Sahne mit Milch von Kühen hergestellt werden, die keine Gen-Pflanzen im Futtertrog hatten.

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Danone ist der viertgrößte Lebensmittelproduzent weltweit. Der Konzern hat in Deutschland einen Marktanteil von 14,4 Prozent und ist damit führend im Bereich der Frischmilchprodukte. Neben Activia und Dany Sahne zählen Actimel und Fruchtzwerge zu den bekanntesten Produkten.

Da Danone bislang kein Interesse an gentechnikfreier Produktion zeigte, standen Actimel, Aktivia und Co. im Ratgeber "Essen ohne Gentechnik" von Greenpeace auf der roten Liste. Nun hat der Konzern bekanntgegeben, die Produktion innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre für den deutschen Markt umstellen zu wollen. Dies ist eine Entwicklung, die dank der kritischen Verbraucher in Deutschland nicht mehr ganz selten ist, sagt Sandra Blessin, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Viele Unternehmen haben bereits Angst, in Sachen gentechnikfreier Fütterung die letzten zu sein. So haben lange vor Danone bereits unter anderem Landliebe, Tegut und Rottaler Milchquell Gen-Pflanzen im Tierfutter ausgeschlossen.

Mit dem einheitlichen staatlichen ohne Gentechnik-Siegel will der Konzern seine Produkte allerdings nicht kennzeichnen. Danone ist überhaupt in der Bewerbung des geplanten Standards mehr als zurückhaltend. Dies mag daran liegen, dass der französische Mutterkonzern noch keinerlei Bestrebungen zeigt, bezüglich gentechnikfreier Fütterung der deutschen Tochter zu folgen.

Viel deutlicher bewarb Danone hingegen letzten Donnerstag die neue Verpackung aus Biokunststoff: Der Joghurtbecher von Activia wird ab jetzt aus Polymilchsäure (PLA) hergestellt. Laut Danone sollen durch die neue Verpackung 43 Prozent weniger fossile Rohstoffe benötigt und die Klimabilanz soll um 25 Prozent verbessert werden.

Der Biokunststoff kann grundsätzlich aus jeder zuckerhaltigen Pflanze gewonnen werden. Im Falle Danones stammt er aus US-amerikanischer Maisstärke, weil zurzeit nur in den USA dieses Verfahren kommerziell angewendet wird. Und genau darin sieht Blessin ein Problem, denn die USA gehören zu den Hauptanbauländern von Gen-Pflanzen. Danone kann freilich nicht garantieren, dass es sich nicht um gentechnisch veränderten Mais handelt - auch wenn sie gemäß dem Grünstrom-Prinzip, ausdrücklich für konventionellen Mais bezahlen. Die Warenströme vom US-amerikanischen Markt sind hier nach Aussage einer Sprecherin von Danone nicht zu trennen. Auch deswegen strebt das Unternehmen eine Produktion ihrer Kunststoffbecher in Europa an.

Verpackung hin oder her: Die Ankündigung von Danone, auf längere Sicht auf Gentechnikfütterung für die Erzeugung eines Teils ihrer Joghurts und Desserts verzichten zu wollen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, sagt Blessin. Er könnte auch so manch anderen Hersteller überzeugen, diesen Weg einzuschlagen.

(Autorinnen: Sandra Blessin/Andrea Uecker)

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