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Brasilien: Kongress stimmt für Gen-Soja

Das Unterhaus des brasilianischen Kongresses hat am Mittwoch einem Gesetz zugestimmt, das den Verkauf von Gen-Saatgut in dem südamerikanischen Land zulassen wird. Um rechtskräftig zu werden, muss nun noch der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva seine Unterschrift darunter setzen. Damit endet eine fast zehnjährige Phase, in der der Handel mit Gen-Saatgut in Brasilien verboten war.

Greenpeace ruft die Zivilgesellschaft in Brasilien auf, sich deutlich gegen den Versuch auszusprechen, die Lebensmittelproduktion den kommerziellen Interessen einiger Firmen zu unterstellen. Besonders der US-Gentechnikgigant Monsanto profitiert von der neuen Gesetzeslage, da die meiste Gen-Soja aus seiner Produktion stammt. Greenpeace hat Präsident da Silva aufgerufen, sein Veto gegen das neue Gesetz einzulegen.

Die Freigabe der Gen-Pflanzen stellt nicht das Ende des Widerstandes gegen die genmanipulierten Organismen dar, erklärte Ventura Barbeiro, Gentechnikexperte von Greenpeace Brasilien. Die Lebensmittelproduktion steht schließlich auf zwei Beinen: Zum einen die brasilianischen Bauern, denen weiterhin möglich ist, herkömmliche Soja zu produzieren - ohne dabei den Regenwald zu zerstören. Und zweitens die Märkte, die für eine unveränderte und steigende Nachfrage nach naturbelassener Soja sorgen müssen. (mir)

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