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Anbauverbote für Gen-Mais in EU-Ländern bleiben erhalten

Österreich und Ungarn dürfen ihr Anbauverbot für Gen-Mais aufrechterhalten. Umweltminister Sigmar Gabriel hat heute im EU-Umweltministerrat für den Bestand der Verbote gestimmt. Auch tausende Verbraucher haben per E-Mail ihre Stimme erhoben. Sie werden auch für die nächste Entscheidung in Brüssel wieder gebraucht.

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Der Abstimmung im Ministerrat ging ein Antrag der Kommission voraus. Sie wollte alle EU-Länder zum Anbau von genmanipulierten Pflanzen verpflichten. Es war bereits der vierte Vorstoß in dieser Richtung.

Der deutsche Umweltminister stimmt gegen Gentechnikzwang auf Acker und Teller, kommentiert Landwirtschaftsexperte Alexander Hissting von Greenpeace. Eine gute Entscheidung, denn die Lebensmittelproduktion unserer Nachbarn bleibt frei von Gen-Pflanzen. Aber in Deutschland soll weiter Gen-Mais angebaut werden. Die Bundesregierung muss den Anbau nun auch hierzulande verbieten.

Sigmar Gabriel hat im Wahljahr 2009 eindeutig Position gegen die Pro-Gentechnik-Interessen von Bundeskanzlerin Merkel und Forschungsministerin Schavan bezogen. Die Regierungskoalition ist in der Frage eines Anbauverbots für Gen-Mais gespalten. Bleibt zu hoffen, dass die überwältigend große Ablehnung der Bevölkerung gegen Gen-Food im Wahljahr weiterhin das Gewicht hat, das ihr zusteht.

Auch viele Verbraucher haben in der Frage des Anbauverbots Position bezogen. Über 17.000 Mitmacher verschiedener Initiativen haben in den letzten Tagen an Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner und Bundesumweltminister Gabriel geschrieben. Sie setzten sich per E-Mail für die Anbaustopps in Österreich und Ungarn ein. Ein starkes Signal.

Jetzt ist die nächste E-Mail gefragt: Ende März entscheidet der EU-Ministerrat, ob zum ersten Mal seit zehn Jahren zwei neue Gen-Pflanzen in der EU zugelassen werden. Wir bitten Sie daher: Bleiben Sie dran! Schreiben Sie erneut an Umweltminister Gabriel und Landwirtschaftsministerin Aigner. Fordern Sie auch weiterhin eine klare Stimme gegen Gentechnik.

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