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Amflora-Anbau jetzt in Sachsen-Anhalt

Wird sie angebaut, wird sie nicht angebaut? Nach einigem Hin und Her steht fest: Ja, der deutsche Chemieriese BASF hat einen Acker für seine Gen-Kartoffel Amflora gefunden. Allerdings nur zwei Hektar in Ausleben, Sachsen-Anhalt. Sie gehören dem gentechnikfreundlichen Lobbyverein Innoplanta. Der Verein betreibt in Ausleben auch einen Schaugarten zum Thema Agro-Gentechnik.

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Offensichtlich konnte die BASF in diesem Jahr in Deutschland keine Landwirte für den Anbau ihrer riskanten Gen-Knolle gewinnen. Kein Wunder - die Amflora ist veraltet und keiner braucht sie. Sie gefährdet durch ein Antibiotikaresistenzgen Mensch und Umwelt. Außerdem gibt es heute bereits alternative Stärkekartoffeln, die ohne Genmanipulation funktionieren, sagt Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Die Amflora war von Anfang an ein Flop für die BASF.

2010 hatte die umstrittene Gen-Kartoffel in der EU überraschend eine Zulassung für den kommerziellen Anbau erhalten. Eine rechtswidrige Entscheidung, gegen die mehrere Mitgliedsstaaten Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof eingereicht haben. In Deutschland wurde die Kartoffel 2010 auf 15 Hektar in Bütow/Mecklenburg-Vorpommern angepflanzt. Zahlreiche Proteste begleiteten den Anbau. Erfolgreich: Vor einigen Wochen kündigte der Bütower Landwirt an, die Amflora dieses Jahr nicht mehr anbauen zu wollen.

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