Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Greenpeace befragt Abgeordnete

Wie hast du's mit der Energie?

Mit der Gretchenfrage der Energiepolitik konfrontiert Greenpeace derzeit die 622 Mitglieder des Bundestages: Auf Stimmzetteln, die Greenpeace in die Büros der Parlamentarier geschickt hat, werden diese um ein Ja oder Nein auf folgende Frage gebeten: "Sind Sie dafür, dass die Stromversorgung Deutschlands bis zum Jahr 2050 zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden soll?"

Bis zum 14.September sind insgesamt 301 Wahlzettel von den Abgeordneten an Greenpeace zurückgeschickt worden. Das vorläufige Ergebnis enthält ein klares Votum für die Erneuerbaren: Von 301 Abgeordneten stimmen insgesamt 249 mit Ja und nur 4 mit Nein. Die Stimmzettel der übrigen 48 Abgeordneten sind ungültig.

In einer Tabelle, die wir über die nächsten zwei Wochen aktualisieren werden, dokumentieren wir das individuelle Abstimmungsverhalten der Parlamentarier. Greenpeace hofft, dass bis zur endgültigen Auszählung Ende September alle Abgeordneten ihre Stimmzettel ausfüllen werden. Die Parlamentarier aus der Regierungskoalition haben sich bislang noch etwas abstimmungsmüde gezeigt:

Gerade aus Reihen der Regierung wäre ein Bekenntnis pro Erneuerbare mehr als wünschenswert. Wenn sie ihre Klimaschutzziele erreichen will, muss sie jetzt die Weichen für eine regenerative Energieversorgung stellen. Der Greenpeace-Report Klimaschutz: Plan B 2050 - Energiekonzept für Deutschland belegt, dass die Erneuerbaren bis zur vollständigen Umstellung im Jahr 2050 bereits im Jahr 2030 60 Prozent der Energieversorgung übernehmen können - bei einem Atomausstieg im Jahr 2015. Was fehlt, ist einzig der politische Wille.

(Autor: Benjamin Borgerding)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Es geht um alles

Anders als bislang angenommen hat eine Erderhitzung von zwei Grad bereits katastrophale Auswirkungen. Der Weltklimarat fordert, den Temperaturanstieg bei 1,5 Grad zu stoppen.

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.