Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Wider die Wegelagerei der Stromkonzerne

Schon lange war Strom nicht mehr so teuer wie heute. Der Protest gegen die steigenden Strompreise in Deutschland vereint inzwischen Privatkunden, Verbraucherverbände, Umweltschützer und Teile der Industrie. Die großen Energieerzeuger rechtfertigen ihre Preispolitik unter anderem mit Mehrkosten für die Einleitung von Windenergie. Sven Teske, Energieexperte bei Greenpeace, kommentiert die aktuelle Diskussion:

Preise hoch setzen und den schwarzen Peter auf die Erneuerbaren Energien und die Ökosteuer abschieben, das ist die Strategie, mit der die großen Energiekonzerne wie RWE oder E.ON ihre Stromkunden hinters Licht führen. Wer behauptet, höhere Strompreise seien notwendig aufgrund der Förderung der Erneuerbaren Energien, betreibt schlicht Verbrauchertäuschung. Die Kosten für die Erneuerbaren Energien sind im letzten Jahr um rund 0,1 bis 0,2 Cent je Kilowattstunde gestiegen, die Stromkonzerne erhöhen aber bis zum Zehnfachen dieses Betrages.

Teske weiter: Tatsächlich wandert der größte Teil der Strompreiserhöhungen in die Taschen der Stromkonzerne. Diese wollen die Preise für private Verbraucher erhöhen, da sie durch die geplante Einführung einer Regulierungsbehörde sinkende Strompreise befürchten. Auch die Nutzung ihrer Netze wollen sie sich von anderen Stromerzeugern vergolden lassen - dabei stellte die EU-Kommission im März 2004 fest, dass die deutschen Preise für die Nutzung bereits 70 Prozent über dem europäischen Durchschnitt liegen! Eine starke Regulierungsbehörde ist daher dringend nötig, um die Wegelagerei der Konzerne zu beenden und einen freien Strommarkt überhaupt zu ermöglichen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Protest zu Kohlebeschluss

CDU- und NRW-Chef Laschet will den Abbau von bis zu 900 Mio. Tonnen Kohle ermöglichen - ein Angriff auf die Pariser Klimaziele. Dafür sollen Dörfer und Kirchen abgerissen werden.

Unsauber

Verkehrsminister Scheuer will ein Ende für Verbrennungsmotoren, die mit fossilem Sprit angetrieben werden. Synthetische Kraftstoffe sieht er auf dem Vormarsch - anders als andere.

Keine Kirchen für Braunkohle

Christlich ist das nicht, wenn historische Kirchen wie der Immerather Dom für klimaschädliche Braunkohle abgerissen werden. Daran erinnerten Aktivist:innen in 46 Städten.