Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Weichen richtig stellen, Dr. Grube

Unschuldig, leise und sauber kommen sie daher - die Züge von heute. Sie fahren mit Strom und erzeugen keine direkten Abgase mehr. Die qualmen dafür aus den Schloten der Stromerzeuger. Nach 175 Jahren Eisenbahngeschichte setzt die Bahn noch immer auf dreckige, klimaschädliche Kohlekraft.

  • /

Die Deutsche Bahn stellt sich als Vorreiterin im Klimaschutz dar. DB-Vorstandschef Dr. Rüdiger Grube wirbt damit, dass sechs ICE-Züge künftig mit Windenergie fahren sollen. Sechs windkraftgetriebene ICE - angesichts der globalen Erwärmung ein lächerlich kleines Projekt. Tatsächlich bezieht die Bahn 56 Prozent, also über die Hälfte ihres Stroms aus Stein- und Braunkohlekraftwerken.

Damit nicht genug: Derzeit lässt die Bahn sogar ein neues Kohlekraftwerk für sich bauen - Datteln 4 bei Dortmund. Das E.ON-Kraftwerk in Nordrhein-Westfalen wird der größte Kraftwerksblock Europas, ein gigantischer Klimakiller mit sechs Millionen Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr. 40 Prozent des erzeugten Stroms sollen über mindestens 40 Jahre hinweg an die Deutsche Bahn geliefert werden.

Die Weichen für die Zukunft werden JETZT gestellt. Als echter Vorreiter im Klimaschutz muss die Bahn aus dem Bauprojekt Datteln 4 aussteigen. Und sie muss Schritt für Schritt aus der dreckigen Stromversorgung aus- und auf Ökostrom umsteigen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Sicherheit ist Pflicht

Brandenburg und Sachsen müssen vom Energiekonzern LEAG Sicherheiten verlangen für die Kosten von Braunkohletagebau-Renaturierungen. Das zeigt ein Rechtsgutachten.

Es geht um alles

Anders als bislang angenommen hat eine Erderhitzung von zwei Grad bereits katastrophale Auswirkungen. Der Weltklimarat fordert, den Temperaturanstieg bei 1,5 Grad zu stoppen.

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.