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Stromkonzerne setzen weiter auf Atom- und Kohlestrom

Klappern gehört zum Handwerk, heißt es. Und sie klappern recht laut, unsere Energiekonzerne, wenn es um ihr Engagement bei den Erneuerbaren Energien geht. Leider steckt nicht viel dahinter. Das belegt eine Studie, die das Berliner Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag von Greenpeace erstellt hat.

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Die Energieversorger RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW beherrschen 80 bis 90 Prozent der deutschen Stromproduktion. Da sie in erster Linie Kohle verfeuern, sind sie auch die Hauptverursacher von Treibhausgasen. Im Jahr 2007 stammten nur zwischen 2 und 20 Prozent ihres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen - vor allem aus alten, längst abgeschriebenen Wasserkraftwerken.

2007 war das Klimajahr. Die globale Erwärmung rückte ins Zentrum der öffentlichen Debatte. Damit wuchs auch der Druck auf die Stromkonzerne. Ihre Antwort: große Werbe- und Imagekampagnen, mit denen sie sich ein grünes Mäntelchen umzuhängen versuchten.

Im Bundesdurchschnitt kamen 2007 10,8 Prozent des Stroms aus Windkraft, Sonne, Erdwärme und Biomasse. Doch es waren vorwiegend unabhängige Stadtwerke, Mittelständler und Privathaushalte mit ihrem geringen Marktanteil, die diesen Strom ins Netz einspeisten.

Große Energiekonzerne blockieren mit ihrer Selbstbedienungsmentalität entscheidende Schritte für den Klimaschutz und die Versorgungssicherheit, sagt Andree Böhling, Energieexperte bei Greenpeace. Sie verschleppen den Umbau der Energieversorgung und schaden mit monopolartigen Gewinnen dem Standort Deutschland. Auch die millionenschweren PR-Kampagnen können darüber nicht hinwegtäuschen.

Derzeit liegt der Anteil aus Wind, Biomasse, Erdwärme und Solarstrom am Kraftwerksmix der vier Stromriesen bei 0,1 bis 1,7 Prozent. Für die Zukunft haben E.ON und RWE Milliardeninvestitionen in Erneuerbare Energien angekündigt. Tatsächlich bleiben diese Summen weit hinter den Erfordernissen zurück. Bei E.ON beträgt der Anteil an den Gesamtinvestitionen unter 10 Prozent, bei RWE etwa 15 Prozent.

Die Konzerne wollen vor allem eines, nämlich wachsen. In großem Umfang. Und sie sagen auch deutlich, wie das geschehen soll: in erster Linie durch Kohlekraftwerke und Atomstrom. Um ihre marktbeherrschende Position bei der Stromerzeugung zu festigen und hohe Gewinne zu erzielen, betreiben sie vor allem den Ausbau von Großkraftwerken. Gleichzeitig können sie durch ihr Monopol bei den Übertragungsnetzen den notwendigen Ausbau der Netze blockieren.

Für ein konsequentes Wachstum der Erneuerbaren Energien und fairen Wettbewerb auf dem Energiemarkt fordert Greenpeace, eine unabhängige Netzgesellschaft einzurichten. An sie müssen alle großen Energieversorger ihre Übertragungsnetze abgeben. Zudem sollten die größten Konzerne E.ON und RWE dazu verpflichtet werden, Stadtwerksbeteilungen und Großkraftwerke zu veräußern und keine weiteren Großkraftwerke mehr zu bauen.

Den Erneuerbaren Energien kommt eine herausragende Bedeutung für das Klima und die deutsche Wirtschaft zu, weil sie Klimaschäden reduzieren, bezahlbare Energie dauerhaft sichern und Beschäftigung schaffen. Wenn die Stromkonzerne das Wachstum der Erneuerbaren Energien zusätzlich mit der Verschleppung des Netzausbaus blockieren, muss die Politik RWE und Co. zerschlagen und damit die oligopolen Strukturen auf den Energiemärkten auflösen, so Böhling.

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