Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Schwindel erregende Strafen für Aktivisten?

(Update) Den sechs Greenpeacer/innen, die am Mittwoch in Masontown/USA einen 213 Meter hohen Kraftwerksschornstein erklettert hatten, werden hohe Strafen angedroht. Die vier Frauen und zwei Männer hatten mit ihrer Aktion gegen die umwelt- und menschenfeindliche Energiepolitik George W. Bushs protestiert.

Die sechs Umweltschützer/innen wurden am frühen Donnerstagmorgen festgenommen, inzwischen aber gegen eine geringe Kaution wieder freigelassen. Sie werden unter anderem des Einbruchs, Hausfriedensbruchs, Landfriedensbruchs und der Bildung einer kriminellen Vereinigung beschuldigt. Die Anklage läuft nach derzeitigem Stand auf sieben Verstöße gegen Landesrecht und drei gegen Bundesrecht hinaus.

Anklagen nach Bundesrecht sind vollkommen ungerechtfertigt und sollten sofort zurückgezogen werden, sagte Greenpeace-Energieexperte Casey Harrell. Die wahre Bedrohung für die Amerikaner ist Bushs Energieplan, der jedes Jahr 23.000 Menschen tötet.

Die Bush-Regierung hat seit ihrer Amtsübernahme systematisch Umweltgesetze abgeschwächt, darunter auch das Luftreinhaltungsgesetz (Clean Air Act). Welche konkreten Folgen das hat, zeigt sich am Beispiel des Kohlekraftwerks Hatfield's Ferry in Masontown. Hatfield's Ferry ist eine der schlimmsten Dreckschleudern der USA. Unter dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton war das Kraftwerk deshalb Gegenstand einer Untersuchung.

Unter Bush wurde der Fall zu den Akten gelegt. Hatfield's Ferry soll einer kürzlich erschienenen Studie zufolge allein für 237 Fehlgeburten jährlich verantwortlich sein. Durchgeführt wurde die Studie von denselben Forschern, die im Auftrag der Bush-Administration deren Energieplan ausgewertet haben.

Mehr über die Aktion in 200 Meter Höhe lesen Sie in unserem Artikel Schwindelfrei für saubere Luft

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Geht’s so? Geht so…

Am Ende des UN-Klimagipfels steht ein Regelbuch, wie Länder das Klima wirksam schützen. Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser war in Kattowitz dabei und bewertet das Ergebnis.

Zum Erfolg verdammt

Die UN-Klimakonferenz ist das einzige gemeinsame Instrument der Menschheit, die Erderhitzung aufzuhalten. Was getan werden muss, ist klar; in Kattowitz geht es um das Wie.

Auf den rechten Weg

Eigentlich sollte die Kohlekommission in dieser Woche ihre Ergebnisse vorlegen, nun verzögert sich der Zeitplan. Greenpeace-Aktivisten protestierten: Schließlich drängt die Zeit.