Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Nationales Energiekonzept: Plan B für Deutschland

Die Katastrophenmeldungen reißen nicht ab: Die Klimaexperten der Vereinten Nationen legten im Februar 2007 in Paris ihren vierten Bericht zum Klimawandel vor. Danach erwärmt sich die Erde schneller, als bisher angenommen. Vor allem in den letzten zehn Jahren hat sich die Lage verschäft. Folge: Extreme Wetterlagen nehmen zu, Gletscher schmelzen und der Meeresspiegel steigt. Hoffnung, das Steuer herumzureißen, besteht nur, wenn sofort gehandelt wird. Wir zeigen, was machbar ist.

  • /

Die großen Energieversorger in Deutschland E.ON, RWE, Vattenfall und EnbW investieren zurzeit viel Geld in den Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke. Die Politik muss den Schutz des Klimas gegen die Profitinteressen dieser Unternehmen verteidigen. Häufig wird dabei die Atomkraft ins Spiel gebracht. Die aber braucht man gar nicht zum Aufbau einer umweltfreundlichen, regenerativen Energieversorgung, die weder gefährlich ist, noch Kohlendioxid in die Atmosphäre bläst.

Nationales Energiekonzept für Deutschland

Greenpeace hat das Aachener Ingenieur- und Beratungsbüro EUtech beauftragt, ein nationales Energiekonzept bis 2020 zu erstellen. Hauptziele waren, einen vorgezogenen Atomausstieg bis 2015 und dessen Vereinbarkeit mit dem Klimaschutzziel zu prüfen, die Emissionen von Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent zu senken.

Die Studie belegt, dass der Ausstieg aus der Atomenergie kein Hindernis für den Klimaschutz und das 40 Prozent-Ziel ist! Ganz im Gegenteil: Ein früherer Ausstieg bis 2015 ist möglich und kann zum Innovationsmotor für den Ausbau der klimafreundlichen Alternativen wie Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), Erneuerbare und energiesparende Technologien werden. Je früher wir solche Technologien einsetzen, desto billiger und wirksamer wird der Klimaschutz.

Aber die fortschreitende Klimaerwärmung erfordert entschlossenes und sofortiges Handeln. Greenpeace zeigt in der Studie Klimaschutz: Plan B auf, was dafür notwendig ist. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Es muss auf den Neubau von Kohlekraftwerken, insbesondere von besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerken, verzichtet werden.
  • Die Kraft-Wärme-Kopplung muss massiv ausgebaut werden. Wir müssen eine Verdreifachung des Anteils der KWK an der Stromerzeugung bis 2020 erreichen. Reine Stromerzeugungs-Kraftwerke, die wie bei Kohle etwa 60 Prozent der Energie als Wärme an die Luft abgeben, passen nicht mehr in unsere Zeit.
  • Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss noch konsequenter vorangetrieben werden. Der Anteil kann und muss im Strom- und Wärmebereich verdreifacht werden. Dafür brauchen wir ein Anschubprogramm für die Erdwärme und vor allem ein Instrument zur Nutzung der regenerativen Wärmeerzeugung.
  • Massive Reduzierung des Energiebedarfes im Straßenverkehr. Der Flottenverbrauch wird bis 2020 auf 4,5 Liter auf 100 Kilometer reduziert. (Heute liegt er bei 7,7/100 km)
  • Nachhaltiger Ausbau der Biomasse. Sie gehört aber nicht in den Tank, sondern sollte vor allem für die Wärmeerzeugung eingesetzt werden.

Die umfassenden Maßnahmen können Sie im nationalen Energiekonzept bis 2020 Klimaschutz: Plan B nachlesen.

Publikationen

Klimaschutz: Plan B bis 2020

Die Erde erwärmt sich schneller als bislang vorhergesagt. Es müssen sofort wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen werden - vor allem von Seiten der Politik und Wirtschaft. Die Studie untersucht, wie der vorzeitige Atomausstieg mit dem Klimaschutzziel vereinbar ist, die Emissionen von Treibhausgasen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu senken.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Sicherheit ist Pflicht

Brandenburg und Sachsen müssen vom Energiekonzern LEAG Sicherheiten verlangen für die Kosten von Braunkohletagebau-Renaturierungen. Das zeigt ein Rechtsgutachten.

Es geht um alles

Anders als bislang angenommen hat eine Erderhitzung von zwei Grad bereits katastrophale Auswirkungen. Der Weltklimarat fordert, den Temperaturanstieg bei 1,5 Grad zu stoppen.

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.