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Internetunternehmen auf dem Weg zum „grünen Web“

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Das Internet gehört zu den größten Stromfressern – entsprechend groß ist seine Rolle für die Energiewende. Wie Apple, Amazon & Co damit umgehen, beschreibt ein neuer Greenpeace-Report.

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Washington (dpa) - Die Umweltschutz-Organisation Greenpeace hat in einem aktuellen Umweltbericht die Internet-Firmen Oracle, eBay oder Amazon wegen ihres hohen Verbrauchs fossiler Energiequellen kritisiert. Mit der Ausbreitung von Cloud- und Streaming-Diensten steige auch das umgeschlagene Daten-Volumen explosiv an, teilte Greenpeace in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht mit. Das Datenvolumen im Netz wachse jährlich um 20 Prozent. Während Video-Streaming als Vertriebsmodell zu einer Verringerung des CO2-Ausstoßes führen könnte, steige letztlich der Stromverbrauch und die damit einhergehende Umweltverschmutzung. Am besten wurde Apple von Greenpeace bewertet.

Die Webservices von Oracle, eBay, Amazon AWS, HP, Dupont Fabros, Digital Reality und Telecity wurden dagegen von Greenpeace für ihren hohen Verbrauch fossiler Energiequellen kritisiert. Dabei könne kein anderes Unternehmen besser als Amazon mit seinen Webservices mehr für ein grünes Internet tun. AWS sei der größte Player im Cloud-Computing-Geschäft und besetze mehr als ein Viertel des Marktes. Amazon wolle zwar langfristig auf 100 Prozent erneuerbare Energien wechseln, doch es bleibe unklar, wie das Unternehmen sein Ziel erreichen wolle.

Die Computer-Riesen IBM und Microsoft lagen zusammen mit dem Cloudspezialisten Rackspace in der Bewertung von Greenpeace im Mittelfeld. Apple, Facebook und Google bekamen in dem Bericht dagegen die besten Noten für den groß angelegten Umstieg auf erneuerbare Energien. Apple wechselte als einziger Cloudanbieter erfolgreich zu 100 Prozent auf grüne Energien, bei Facebook haben sie zumindest einen Anteil von 49 Prozent, bei Google 46 Prozent und bei Yahoo 73 Prozent.

Mit der rasanten Verbreitung von Cloud- und Streaming-Diensten steige auch der Energiebedarf in den dafür benötigten Rechenzentren rapide an. Video-Streaming mache im Datenverkehr inzwischen einen Anteil von 76 Prozent aus, Web- und Email-Verkehr 16 Prozent und direkter Datenaustausch 8 Prozent. Den Hauptanteil des Energiebedarfs hätten demnach zu 80 Prozent private Nutzer.

Wenn die führenden Internet-Unternehmen nicht einen Weg fänden, auf traditionelle umweltschädliche Stromquellen zu verzichten, könne gerade durch Streaming-Dienste - trotz der klimafreundlicheren Vertriebsmodelle der Ausstoß des Klima-Killers CO2 weiter steigen, warnen die Umweltschützer.

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