Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Greenpeace Energy: Kein fairer Wettbewerb

Der Greenpeace verbundene Stromversorger Greenpeace Energy hat am Mittwoch bemängelt, dass überhöhte Netznutzungsentgelte einen fairen Wettbewerb auf dem Strommarkt behindern. Zudem hätten neue Stromanbieter kaum eine Chance, da der Wechsel von einem Stromlieferanten zu einem anderen unklar geregelt sei.

Anlass für die Beschwerde von Greenpeace Energy ist der am Donnerstag veröffentlichte Monitoring-Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWA) über den Stand des liberalisierten Strommarkts. Der Report formuliert aus Greenpeace-Sicht zaghaft die längst bekannten Mängel des Strommarktes. Klare Lösungen vermag das BMWA aus Sicht von Greenpeace Energy jedoch nicht zu bieten. So schreibt das BMWA: Wie angemessene Netznutzungsentgelte nach einem breit akzeptierten Verfahren bestimmt werden, ist bisher nicht zufriedenstellend beantwortet.

In Kritik steht auch die vom Ministerium vorgeschlagene Regulierungsbehörde, die den fairen Wettbewerb sichern soll. Robert Werner, Vorstand von Greenpeace Energy: Es besteht die Gefahr, dass die Regeln des Strommarktes auch unter einer Regulierungsbehörde wie bisher von den Interessen der Netzbetreiber und Industriekunden dominiert werden.

Greenpeace Energy fordert eine von Industrie und Netzbetreibern unabhängige Behörde, die - anders als vom BMWA geplant - schon am 1. Januar 2004 eingesetzt werden soll. Sonst gibt es bald nichts mehr zu regulieren, sagt Werner. Denn mit den bisherigen diffusen Vorstellungen zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs rückt ein funktionierender Strommarkt in weite Ferne. Das hätte auf die stetig wachsende Ökostrombranche fatale Auswirkungen. (nic)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Sicherheit ist Pflicht

Brandenburg und Sachsen müssen vom Energiekonzern LEAG Sicherheiten verlangen für die Kosten von Braunkohletagebau-Renaturierungen. Das zeigt ein Rechtsgutachten.

Es geht um alles

Anders als bislang angenommen hat eine Erderhitzung von zwei Grad bereits katastrophale Auswirkungen. Der Weltklimarat fordert, den Temperaturanstieg bei 1,5 Grad zu stoppen.

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.