Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Vattenfall nebelt Verbraucher ein

Ein Video, das zum Mitmachen animiert, Bilder von Menschen, Tieren und Natur, eine Klimaschutzerklärung zum Unterschreiben, Fragen und Antworten, Tipps für umweltbewusste Verbraucher - wirklich, es ist an alles gedacht. Verbraucher gegen den Klimawandel heißt die neue Klimaschutz-Internetseite. Sie hat nur einen Haken: Sie stammt von Vattenfall. Unglaublich, aber wahr.

  • /

Auf der Vattenfall-Seite klimaunterschrift.vattenfall.de findet sich ein Abschnitt mit der Überschrift Zweck dieser Website. Inhalt:

... Mit dieser Initiative wollen wir Menschen zum Handeln ermutigen und ihren Einfluss als Staatsbürger und Konsumenten geltend zu machen, damit Politiker und Unternehmen die notwendigen Schritte gegen den Klimawandel einleiten.

Geht es noch zynischer? Das schreibt ein Konzern, der eisern auf Kohle setzt. Der soeben in Hamburg-Moorburg eine 1600-Megawatt-Kohlendioxidschleuder durchgesetzt hat, die den CO2-Ausstoß der Hansestadt um rund 70 Prozent steigern wird. Der damit den Klimawandel aktiv weiter anheizt und die Folgeschäden den Steuerzahlern überlässt.

Der Milliarden Euro Subventionen von der EU haben will: für die Finanzierung einer Technologie, von der noch niemand weiß, ob sie je für Großkraftwerke funktionieren wird. Und die für den Klimaschutz ohnehin zu spät kommen würde.

Und der mit seiner neuen Internetseite jetzt auch noch Verbraucher für sein Greenwashing zu missbrauchen versucht.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Kohleausstiegsgesetz

Entwurf für ein Gesetz zum Kohleausstieg von Greenpeace und Client Earth

Mehr zum Thema

„Beste Nachricht seit Langem“

Trump ist weg, der nächste US-Präsident Biden will Klimaneutralität bis 2050 und den Wiederbeitritt zum Paris-Abkommen. Interview mit dem geschäftsführenden Vorstand Martin Kaiser.

672 Milliarden Euro - Wofür?

Diesen Monat stimmt das Europäische Parlament über das Corona-Hilfsprogramm der Europäischen Union ab. Mit Pech profitieren davon die Falschen.

4,35 Milliarden Euro für was?

Heute berät das Parlament über Entschädigungszahlungen für Braunkohlekonzerne. Dabei ist vieles unklar und seltsam. Was, erklärt Rechtsanwältin Rhoda Verheyen im Gastbeitrag