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Vattenfall in der Lausitz: Nach uns die Sintflut

Seit Jahrzehnten wird im Tagebau Welzow-Süd in der Lausitz Braunkohle abgebaut. Als die alte, noch aus DDR-Zeiten stammende Genehmigung auslief, beantragte der Energieversorger Vattenfall eine neue - und schlug gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

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Bestandteil der neuen wasserrechtlichen Genehmigung ist eine unterirdische Dichtwand, die dafür sorgen soll, dass kein Wasser in den Tagebau eindringt. Interessant an dieser Dichtwand ist ihr Verlauf: genau an der Abbaukante des beantragten, aber noch nicht genehmigten Tagebaus Welzow-Süd II entlang.

So schafft Vattenfall Fakten. Durch die Hintertür wird ein neuer Tagebau vorbereitet, obwohl über dessen Genehmigung noch lange nicht entschieden ist. Greenpeace und der BUND haben Klage eingereicht, weil Nachhaltigkeitskriterien offensichtlich missachtet wurden.

Erst im September hat der schwedische Staatskonzern bekanntgegeben, im Rahmen einer strategischen Neuorientierung seine Kohlesparte optimieren zu wollen. Braunkohlekraftwerke zu optimieren kann nur heißen: abschalten. Auch die selbst gesteckten Ziele zur CO2-Reduktion zeigen, dass das Unternehmen intern den Ausstieg aus der Kohle vorbereitet. In dieser Situation die Lausitz für weitere Tagebaue zu zerstören, heißt nichts anderes als: Nach uns die Sintflut.

Mehr dazu in unserem Blog:
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