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Proteste gegen Kohlekraft in Israel gehen weiter

Update: Hafenkräne besetzt

Greenpeace-Aktivisten üben weiter Druck auf die Kohle-Industrie und die israelische Regierung aus: Sie erkletterten große Kräne im Hafen von Hadera. Dort soll Kohle verladen werden. Greenpeace Mittelmeer setzt sich so gegen den Bau eines zweiten israelischen Kohlekraftwerks in der Küstenstadt Ashkelon ein.

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Hoch in den Kränen hängen riesige Banner die mitteilen: Coal kills (Kohle tötet). Die Aktivisten verhinderten mit ihrem Einsatz, dass Kohle im Hafen entladen werden konnte. Die Besetzung des Hafens ist die zweite große Protestaktion gegen den Bau des Kohlekraftwerks.

In einem spektakulären Manöver besetzte eine Dreiergruppe, darunter auch ein Aktivist von Greenpeace Deutschland, den Kohlefrachter Orient Venus. Mit Schlauchbooten näherten sich die Aktivisten dem 290 Meter langen Kohleschiff. Frühmorgens gelang es ihnen, ungesehen an Bord zu klettern und sich an den Schiffsmast zu ketten. Ziel dieser Aktion war es, den Transport der Kohle von Südafrika nach Israel zu stoppen.

Kohle ist ein überholter und gefährlicher Brennstoff, betont Nili Grossmann, Exergieexpertin von Greenpeace in Israel. Wir alle tragen die Kosten - inklusive gesundheitlicher Schäden, Lufverschmutzung und Klimawandel. Damit ist der reale Preis von Kohle wesentlich höher als der Marktpreis..

Ein neuer Report von Greenpeace Israel zeigt, dass ein Kohlekraftwerk auf lange Sicht doppelt so viel kostet wie eine Solaranlage. Der Bericht widerlegt damit das Argument der Branche, Kohle sei der billigste und am leichtesten verfügbare Brennstoff.

Seit über sechs Jahren engagiert sich Greenpeace in Israel bereits gegen den Bau eines Kohlekraftwerks in Ashkelon. Sie konnten im vergangenen Jahr 20.000 Protestbriefe gegen das Projekt sammeln - eine rekordverdächtige Summe für die Arbeit in Israel. Die Entscheidung über den Bau des zweiten Kohlekraftwerks wird in den kommenden Tagen erwartet. Sehen Sie sich alle Fotos der spektakulären Aktionen an.

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