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Trommelkonzert gegen Politiker im Klimaschlaf

Politiker brauchen gelegentlich etwas lautere Töne, um wach zu werden. Mit einem ohrenbetäubenden Konzert haben Greenpeace-Aktivisten deshalb in Bangkok ihren Protest gegen die thailändische Klimapolitik untermalt. Mehr als 50 Greenpeacer versammelten sich vor dem Regierungsgebäude und trommelten mit Holzschlägeln auf hölzerne Spielzeugfrösche ein. Sie forderten den Ausstieg aus der Kohlewirtschaft.

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Die Aktivisten hatten rund 10.000 Postkarten von thailändischen Bürgerinnen und Bürgern im Gepäck. Sie alle haben sich für ein Erneuerbare-Energien-Gesetz ausgesprochen. Damit spiegeln sie den Wunsch der Menschen in Thailand nach einer sauberen und zukunftsfähigen Energieversorgung. Ein Wunsch, den Millionen Menschen teilen und der eine klare Forderung an die Politiker beinhaltet.

Vom 6. bis 14. November findet in der kenianischen Hauptstadt Nairobi die UN-Klimakonferenz statt. Im Vorfeld des Treffens wurden am Montag zwei Berichte veröffentlicht, die es in sich haben. Der Klimabericht der Vereinten Nationen zeigt: Trotz Kyoto-Protokoll, trotz alarmierender Beweise für den fortschreitenden Klimawandel nimmt der Ausstoß von Kohlendioxid weltweit deutlich zu. Hauptverursacher sind nach wie vor die Industriestaaten.

Der Report des früheren Weltbank-Chefökonoms Nicholas Stern für die britische Regierung spricht ebenfalls eine klare Sprache: 5 bis 20 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) werden die Auswirkungen des Klimawandels jedes Jahr kosten, wenn wir jetzt nicht handeln. Das sind unvorstellbare 1,6 bis 6,2 Billionen Euro. Sie werden fällig beispielsweise durch vermehrte Naturkatastrophen, Wassermangel, Verschiebung der Klimazonen und Ernteausfälle.

Nicht ohne Grund haben die Greenpeace-Aktivisten in Bangkok symbolhaft Frösche gewählt, um die Politiker zu alarmieren. Harlekinfrösche sind die erste Art, die durch den Klimawandel bereits akut vom Aussterben bedroht ist. Wenn diese Warnposten unseres Ökosystems schon gefährdet sind, dann sind düstere Auswirkungen auch auf uns Menschen nicht mehr fern, erklärte Tara Buakamsri vom thailändischen Greenpeace-Büro.

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