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Sorge um den Baikalsee mobilisiert Proteste in Russland

Das Leben entstammt dem Wasser, nicht dem Öl! Unter Protestrufen haben in Moskau am Freitagmittag mehr als 500 Menschen gegen die geplante Ölpipeline am Baikalsee demonstriert. Unter den Menschen, die sich am Aussichtspunkt Vorobiewij Gorij versammelten, befanden sich Wissenschaftler, Studenten, Ökologen, Prominente und Vertreter der Staatsduma, des russischen Parlaments.

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Greenpeace Russland hatte den Protest gemeinsam mit dem WWF, der Sozio-Ökonomischen Union, der Arbeitsgruppe Naturschutz an der Universität Moskau und den Studentenorganisationen Ja Dumaju und Groza organisiert. Es ist die erste Umweltdemonstration in Moskau seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Kontrolle von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vor wenigen Tagen. Anhand dieses Gesetzes kann der Staat in letzter Instanz sogar die Auflösung unbequemer Organisationen veranlassen.

Die Organisatoren wurden am Donnerstag von offizieller Seite aufgefordert, die Veranstaltung zu unterlassen. Als Grund wurden plötzliche Komplikationen angegeben: mögliche Erdrutsche und Vorbereitungen für einen Arbeitseinsatz am Wochenende. Doch es war zu spät - hunderte Menschen waren bereits mobilisiert. In den nächsten Tagen wird es in ganz Russland weitere Demonstrationen gegen die Ölpipeline geben, unter anderem in Irkutsk, Angarsk, Severobaikalsk, Ulan-Ude, St. Petersburg, Tomsk und Nizhny Novgorod.

Der Baikalsee ist der älteste und tiefste See der Erde. Die UNESCO führt ihn auf ihrer Liste der Weltnaturerbe. Ende März 2006 forderte sie Russland in einem Schreiben auf, die geplante Pipelinetrasse zu ändern, um Gefahren von dem weltweit einzigartigen Gewässer abzuwenden. Noch hat die russische Regierung nicht darauf reagiert. Sollte die Trasse wie geplant nur 800 Meter vom Nordufer entfernt am See vorbeiführen, könnte dem Baikal der Status als Weltnaturerbe wieder entzogen werden.

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