Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Route für geplante Pazifik-Ölpipeline verlegt

Die künftige Lage der geplanten Pazifik-Ölpipeline scheint seit heute besiegelt zu sein. Die Trasse werde mindestens 40 Kilometer nördlich des Baikalsees errichtet, sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch bei einem Treffen mit Vertretern der regionalen Behörden in Tomsk.

  • /

Putins Entscheidung ist ein gutes Zeichen für die künftige Umweltentwicklung in Russland. Sie zeigt, dass die Demonstrationen erfolgreich waren. Ein großer Sieg für uns, sagte Andrej Petrow, Umweltexperte von Greenpeace.

Nach ersten Entwürfen war geplant, die Pipeline nur 800 Meter entfernt vom Nordufer des Baikalsees zu bauen. Wissenschaftler und Experten sahen in dieser Route eine große mögliche Gefahr für den Baikalsee. Die Leitung hätte durch ein seismisch aktives Gebiet mit extremen Klima- und Umweltbedingungen geführt. Aufgrund dessen wäre der Austritt von Öl nicht auszuschließen gewesen. Die Erhaltung des ältesten und größten Frischwassersees der Erde wäre somit gefährdet gewesen.

Der massive Druck der Öffentlichkeit hat die russische Regierung endlich dazu bewogen, die geplante Route zu verlegen. Zahlreiche Protestaktionen gegen den Bau der Pipeline spiegelten in den letzten Tagen die Sorge der russischen Bevölkerung. Über 100.000 Unterschriften gegen die Pipline in unmittelbarer Nähe des Baikalsees wurden in verschiedenen Regionen Russlands gesammelt. Mit Protestbriefen an die russische Regierung unterstützten auch viele Menschen aus anderen Ländern die Aktion.

Ob die staatliche Ölgesellschaft Transneft sich wirklich an die heute getroffene Entscheidung hält, wird sich noch zeigen. Greenpeace wird in Zusammenarbeit mit anderen NGOs den Bau der Pipeline verfolgen.

(Autorin: Petra Fischer)

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Kohleausstiegsgesetz

Entwurf für ein Gesetz zum Kohleausstieg von Greenpeace und Client Earth

Mehr zum Thema

„Beste Nachricht seit Langem“

Trump ist weg, der nächste US-Präsident Biden will Klimaneutralität bis 2050 und den Wiederbeitritt zum Paris-Abkommen. Interview mit dem geschäftsführenden Vorstand Martin Kaiser.

672 Milliarden Euro - Wofür?

Diesen Monat stimmt das Europäische Parlament über das Corona-Hilfsprogramm der Europäischen Union ab. Mit Pech profitieren davon die Falschen.

4,35 Milliarden Euro für was?

Heute berät das Parlament über Entschädigungszahlungen für Braunkohlekonzerne. Dabei ist vieles unklar und seltsam. Was, erklärt Rechtsanwältin Rhoda Verheyen im Gastbeitrag