Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Protest gegen Kohle Down under

Mit einer Protestaktion haben Greenpeace-Aktivisten in Australien am Donnerstag auf den Schlingerkurs des australischen Umweltminister Ian Campbell in Hinblick auf den Klimawandel reagiert. Sie protestierten auf dem Gelände der größten Kohlendioxidschleuder in der industrialisierten Welt, dem Hazelwood-Kohlekraftwerk im Latrobe Valley, Bundesstaat Victoria.

Auf Transparenten warnten sie: Kohle heizt den Klimawandel an! Zeitgleich musste der Minister vor dem australischen Oberhaus, dem Senat, Rede und Antwort stehen, für seine Behauptungen, dass es gar keinen Klimawandel gebe und Kohle gar nicht zum Ausstoß von Treibhausgasen führe.

Dabei hatte sich Campbell noch im Dezember vergangenen Jahres ganz anders angehört - allerdings stand er da auch unter parlamentarischem Eid. Campbell und die Regierung haben wiederholt die Tatsache des Klimawandesl akzeptiert, sagt Greenepace-Klimaexperte Danny Kennedy. Sie haben sich sogar im Parlament für tiefe Einschnitte bei den Treibhausgas-Emissionen eingesetzt. Greenpeace wird weiterhin nur auf die wissenschaftlichen Fakten setzen, während der Minister seine Spielchen mit der Wahrheit treibt, ob Kohle einen schädlichen Einfluss auf unser Klima hat.

Greenpeace fordert den Ausstieg aus der Kohle. Dazu müsste in Australien das Ziel bis 2020 auf 20 Prozent Erneuerbare Energien gesetzlich festgeschrieben werden. Zugleich sollte die Energieverschwendung gründlich bekämpft werden und den Gemeinden im Kohlebergbau der Wechsel in eine nachhaltige Zukunft ermöglicht werden.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Kohleausstiegsgesetz

Entwurf für ein Gesetz zum Kohleausstieg von Greenpeace und Client Earth

Mehr zum Thema

„Beste Nachricht seit Langem“

Trump ist weg, der nächste US-Präsident Biden will Klimaneutralität bis 2050 und den Wiederbeitritt zum Paris-Abkommen. Interview mit dem geschäftsführenden Vorstand Martin Kaiser.

672 Milliarden Euro - Wofür?

Diesen Monat stimmt das Europäische Parlament über das Corona-Hilfsprogramm der Europäischen Union ab. Mit Pech profitieren davon die Falschen.

4,35 Milliarden Euro für was?

Heute berät das Parlament über Entschädigungszahlungen für Braunkohlekonzerne. Dabei ist vieles unklar und seltsam. Was, erklärt Rechtsanwältin Rhoda Verheyen im Gastbeitrag