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Kohlekraftwerk in Stade gestoppt

Wie gestern bekannt wurde, beendet das Energieunternehmen GDF Suez die Planung zum Bau eines Kohlekraftwerkes in Stade. Beim Genehmigungsverfahren hatte es Probleme mit Lärmschutz und Wasserversorgung gegeben. Mit dem Aus für das Kraftwerk in Stade setzt sich ein Trend fort. Immer mehr Energiekonzerne stoppen geplante Kohlekraftwerke. Zuletzt wurden die Kraftwerke in Emden und im emsländischen Dörpen aufgegeben.

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Wie das Unternehmen mitteilte, gab es Probleme mit dem Schallschutz. So dürfe nachts lediglich Lärm von maximal 45 Dezibel erzeugt werden. Für die geplante Größe des Kraftwerks sei es nicht möglich, diese Lärmschutzbedingungen einzuhalten. Auch die Wasserversorgung sei ein Problem, das gegen den Bau des Kraftwerkes spreche.

Unternehmenssprecherin Alexa Herrmann teilte mit, dass es besonders in der aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht sinnvoll sei, an einem Projekt in dieser Größe festzuhalten. GDF Suez hatte in Stade ein 800 Megawatt-Kohlekraftwerk bauen wollen. Das Gelände will Suez nun gemeinsam mit der Stadt verkaufen.

Gegen das Projekt gab es große Proteste von Umweltschützern. Es macht Mut, dass die Zahl der verhinderten Kohlekraftwerke beständig steigt. Kohlekraft hat keine Zukunft. Die immer dramatischeren Klimaszenarien machen es dringend überfällig, dass die Energiekonzerne vom Bau neuer Kohlekraftwerke abrücken, kommentiert Anike Peters, Klima- und Energieexpertin von Greenpeace.

E.ON und Dow planen ebenfalls zwei neue Kohlekraftwerke in Stade. Sie wollen an ihren Plänen festhalten. Jedes neue Kohlekraftwerk belastet das Klima. Unter dieser Belastung leiden zukünftige Generationen. Es wäre wünschenswert, dass auch die großen Energiekonzerne endlich ernsthaft anfangen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben, so Peters.

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