Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Kohle-Pakt verdoppelt den Treibhausgasausstoß

In Sydney haben sich die USA, Australien, China, Indien, Japan und Südkorea am Donnerstag auf die weitere Nutzung von Kohle und Erdöl für die zukünftige Energiegewinnung geeinigt. Am Ende des zweitägigen Treffens der Asiatisch-Pazifischen Partnerschaft über Saubere Entwicklung und Klima haben die Staaten einen Kohle-Pakt beschlossen. Die USA und Australien erklärten, rund 106 Millionen Euro in emissionsarme Energietechnik investieren zu wollen. Der noch von keinem Land ratifizierte Pakt lässt jedoch zu, dass sich die Treibhausgasemissionen bis 2050 verdoppeln.

  • /

Die Greenpeace-Klimaexpertin Catherine Fitzpatrick kritisiert den Kohle-Pakt: Dabei handelt es sich eher um ein Handelsabkommen als um einen Lösungsansatz für Umweltprobleme. Die kurzfristigen Interessen der Öl- und Kohlebranche wurden über die Ansprüche der Menschen auf Gesundheit und Wohlstand gestellt. Man kann jetzt nur hoffen, dass China und Indien ihre schon eingeleiteten Projekte zur Nutzung der Erneuerbaren Energien nicht dem Kohle-Pakt opfern.

Das Treffen in Sydney war im Grunde ein Anti-Kyoto-Treffen. Im Kyoto-Klimaschutzprotokoll werden jedem beteiligten Staat verbindliche Werte und Zeiträume für die Reduktion von Treibhausgasemissionen vorgegeben. In Sydney jedoch war einer der vehementesten Gegner des Kyoto-Abkommens eingeladen: ExxonMobil (Esso). Der weltgrößte Ölkonzern und Klimakiller Nr. 1.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Kohleausstiegsgesetz

Entwurf für ein Gesetz zum Kohleausstieg von Greenpeace und Client Earth

Mehr zum Thema

Frischer Wind für Windkraft

Der Windkraft-Ausbau stockt, obwohl Windenergie für die Energiewende zentral wichtig ist. Rechtsgutachten fordert, Windkraft per Gesetz ein „öffentliches Interesse“ einzuräumen.

Gegenwind bei Kohle

Der Ausbau der Windkraft kommt fast zum Erliegen, aus den Schloten der Kohlemeiler quillt ungebremst CO2. Aktivisten protestieren auf Kohlebagger gegen den gefährlichen Irrsinn.

Schmutzig gemacht

Die Machenschaften des tschechischen Finanzinvestors EPH holen den Vattenfall-Konzern in seinem Heimatland Schweden ein: Dem Energieversorger hängt dort eine „Braunkohleaffäre“ an.