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Vattenfall soll Bau des Kraftwerks in Boxberg stoppen

Klimaschutz statt Braunkohle

Im Morgennebel sind Greenpeace-Aktivisten auf alle sieben Baukräne der Baustelle für den Block R des Braunkohlekraftwerks Boxberg in der Oberlausitz geklettert. Insgesamt 36 Umweltschützer aus Polen, der Schweiz, Ungarn, der Slowakei, Dänemark und Deutschland protestieren damit gegen die massive Klimaschädigung, die das Kraftwerk des Energiekonzerns Vattenfall verursachen wird. Vattenfall: Baustopp! Klimaschutz statt Braunkohle, ist auf einem großen Transparent in rund 75 Meter Höhe zu lesen.

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An sechs weiteren Kränen hängten die Aktivisten Flaggen mit der Aufschrift Stop CO2. Allein der Block R des Kohlekraftwerks Boxberg wird jährlich 4,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Das entspricht den Kohlendioxidemissionen des mittelamerikanischen Staates Costa Rica.

Auf internationalen Konferenzen erklärt Deutschland, wie wichtig Klimaschutz ist, und hier werden weitere Braunkohlekraftwerke gebaut, kritisiert Karsten Smid, Klima-Experte von Greenpeace. Das ist angesichts des Klimawandels unverantwortlich. Vattenfall muss das Boxberg-Projekt stoppen und stattdessen in Erneuerbare Energien investieren.

Gegen halb neun Uhr gab es ein Gespräch mit dem Projektleiter der Baustelle von Vattenfall. Er forderte die Greenpeacer auf, die Kräne zu verlassen. Indessen verbreitet der Konzern Lügen über Greenpeace auf seiner Website. Dort wird behauptet, dass die Aktivisten das Gespräch mit Konzernvertretern verweigern und gewaltsam auf die Baustelle eingedrungen seien. Der Leiter der externen Kommunikation, Marco Bayer, scheint mit diesen haltlosen Unwahrheiten, den nächsten Kommunikationgau des Energiekonzerns anzustreben.

Vattenfall präsentiert sich der Öffentlichkeit als Unternehmen, das Klimaschutz ernst nimmt, sagt Smid. Aber kein anderer Stromversorger setzt bei seinem Energiemix so stark auf Braunkohle. 63 Prozent seines Stroms produziert Vattenfall mit ineffizienter Braunkohle.

Das Braunkohlekraftwerk im sächsischen Boxberg erbringt derzeit eine Leistung von 1.900 Megawatt. Mit dem zusätzlichen Block R sollen im Jahr 2011 weitere 675 Megawatt ans Netz gehen. Dafür soll der 1990 stillgelegte Tagebau Reichwalde wieder in Betrieb genommen werden. Mit CO2-Emissionen von 924 Gramm pro Kilowattstunde Strom wird das Kraftwerk das Klima mehr als doppelt so stark schädigen wie ein modernes Gaskraftwerk.

Die Energiekonzerne in Deutschland wollen in den nächsten Jahren 25 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 23.000 Megawatt bauen, darunter drei besonders klimaschädliche Braunkohlekraftwerke. Kein anderes Industrieland verfeuert so viel klimaschädliche Braunkohle wie Deutschland.

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