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Klimaschutz duldet keine faulen Kompromisse

Das Klima kennt keine Kompromisse. Daran haben Greenpeace-Aktivisten am Dienstag in Hamburg erinnert. CDU und GAL verhandeln dort in letzter Runde über Knackpunkte wie das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg. Wie die Entscheidung zu Moorburg aussehen müsste, haben die Aktivisten vorgemacht: Sie warfen ein Modell des Kraftwerks vor dem Tagungsgebäude in eine Mülltonne.

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Der Energiekonzern Vattenfall versucht seit Wochen, die Koalitionsverhandlungen massiv zu beeinflussen. Dabei werden Schadenersatzforderungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro genannt. Erst am Montag hatte der Energieversorger beim Verwaltungsgericht eine Untätigkeitsklage gegen die Stadt Hamburg eingereicht.

Greenpeace fordert die Parteispitzen auf, sich nicht beeinflussen zu lassen. Stattdessen sollten sie eine Ausschreibung für ein hocheffizientes Gaskraftwerk mit Kraftwärmekopplung starten. Gas erzeugt bei der Verbrennung nur 365 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilowattstunde Strom, Kohle dagegen 750 Gramm - mehr als das Doppelte. Kraftwärmekopplung trägt zudem entscheidend zu einer hocheffizienten Energieerzeugung bei.

Hamburg kann die Energieversorgung seiner Bürger und der Industrie sichern - ohne den Klimakiller Kohle. Das geht mit einem hocheffizienten Gaskraftwerk, sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Eine Stadt wie Hamburg muss Signale für die Zukunft setzen, vor allem bei der Erzeugung von Energie.

Vattenfall hatte kürzlich vorgeschlagen, das Kraftwerk in der geplanten Größe zu bauen, vorerst aber nur mit halber Kraft laufen zu lassen. Ab 2018 solle Moorburg mit einer CO2-Abscheidetechnik nachgerüstet und erst dann voll ausgenutzt werden. Für Karsten Smid ein ganz fauler Kompromiss: Die GAL darf diese Kröte auf keinen Fall schlucken, sagt er.

Die CO2-Abscheidetechnik funktioniert zurzeit noch nicht einmal im Modellmaßstab. Auch kann niemand sagen, wohin mit dem CO2-Müll. Darüber hinaus ist Vattenfall nicht bereit, dauerhaft Verantwortung für die sichere Endlagerung zu übernehmen. Smid: Wir sollten nicht die gleichen Fehler wie beim Atommüll wiederholen. Bis heute weiß niemand, wie dieser gefährliche Dreck sicher entsorgt werden kann.

Sollte Moorburg in Betrieb gehen, können Klimaschäden in Milliardenhöhe vom Betreiber Vattenfall eingeklagt werden. Greenpeace setzt in einer Analyse Kosten für Klimafolgeschäden in Höhe von 205 Euro pro Tonne Kohlendioxid an. Diesen Wert hat auch die Bundesregierung in einem Bewertungsverfahren zum aktuellen Bundesverkehrswegeplan angesetzt. Bei einer Laufzeit von 40 Jahren und einem jährlichen CO2-Ausstoß von 8,5 Millionen Tonnen ergeben sich daraus Folgekosten in Höhe von 70 Milliarden Euro.

In Deutschland sind 25 neue Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 23.800 Megawatt in Planung. Sie werden mit einem Jahresausstoß von 141 Millionen Tonnen CO2 die Klimaschutzziele der Bundesregierung für 2020 gefährden.

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