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Klimabündnis stützt Volksinitiative gegen Braunkohle

Braunkohle ist der Klimakiller Nummer Eins. Doch nicht nur das Klima hat unter Kohlekraftwerken zu leiden. Auch Menschen, denen für den Tagebau die Heimat genommen wird, sind betroffen. Deswegen gibt es seit Oktober die Volksinitiative Keine neuen Tagebaue - für eine zukunftsfähige Energiepolitik. Sie fordert den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung. Die Initiative wird seit Freitag vom Aktionskreis Zukunft statt Braunkohle unterstützt, dem auch Greenpeace angehört.

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Der Aktionskreis ist ein Netzwerk europaweit agierender Umweltverbände und lokaler Bürgerinitiativen. Namenhafte Experten des Bündnisses durchleuchteten kürzlich kritisch die Braunkohlenutzung in Brandenburg und deren Auswirkungen auf Menschen und Umwelt.

In der Lausitz planen der Energiekonzern Vattenfall und die brandenburgische Landesregierung einen neuen Kraftwerksblock am Standort Boxberg. Dieser würde allein jährlich 4,4 Millionen Tonnen CO2 in die Luft pusten. Zudem müssten viele Gemeinden in der Lausitz dem Tagebau weichen - mehr als 2.000 Menschen. Sie wären doppelt betroffen: vom Klimawandel und vom Verlust ihres Zuhauses. Der Lausitzer Wasserhaushalt wäre großflächig zerstört.

Vattenfall propagiert als Ausrede für seinen umwelt- und klimaschädlichen Neubau die CO2-Speicherung. Die sei jedoch nur ein Alibi, sagt Greenpeace-Klimaexpertin Gabriela von Goerne, die gleichzeitig Sprecherin des Bündnisses ist. Statt auf eine in der Zukunft liegende Technologie zu setzen, die zu erhöhtem Ressourcenverbrauch und riesigen unterirdischen Endlagern führt, müssen wir umweltschonende erneuerbare Energien nutzen.

Das schaffe Arbeitsplätze und schütze das Klima, und zwar bereits jetzt, so die Expertin. Die zunehmende Bedrohung des Klimawandels verbietet den Bau neuer Klimakiller, insbesondere dann, wenn es sich um extrem klimaschädliche Braunkohlekraftwerke wie Boxberg handelt.

Geschichten aus Vattenfall-Land

Medienberichten zufolge bekommt Vattenfall mittlerweile Ärger mit alteingesessener Prominenz: Die Lausitz wird auch Fürst-Pückler-Land genannt, denn zur Ahnenreihe der adligen Familie gehört der berühmte Landschaftsgestalter Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau. Er legte - unter anderem in Brandenburg - Landschaftsparks an, die heute teilweise zum Weltkulturerbe zählen. Seine Erben sollen sich jüngst unwillig über die Verunstaltung der Lausitz gezeigt haben. Ein Urgroßneffe wird mit der Äußerung zitiert, das Gebiet sollte vielleicht lieber Vattenfall-Land heißen.

Eine Kuriosität fanden wir in der Lausitzer Rundschau vom 11. September 2007: Vattenfall hat einen mit 25.000 Euro dotierten Preis gestiftet, den Semper-Architekturpreis. Dieser Preis soll alle zwei Jahre an einen deutschen Architekten vergeben werden und herausragende Leistungen der Baukultur würdigen, vor allem unter dem Aspekt eines ressourcenschonenden, umweltgestaltenden Bauens.

Vorstandsmitglied Dr. Hartmut Zeiß habe betont, heißt es in dem Artikel, dass innovatives Bauen und nachhaltige Landschaftsgestaltung für das Unternehmen Vattenfall wichtige Themenfelder seien. Der Braunkohlenbergbau biete die Chance, Neuland zu gestalten entsprechend der Bedürfnisse und Vorstellungen der in der Region Lebenden. Wir orientieren uns dabei an der ökologischen Stabilität ebenso wie an einem multifunktionalen Nutzen.

Am Samstag findet in Cottbus das zweite Bürgerforum Zukunft statt Braunkohle statt. Diskutiert werden dort der Ausbau erneuerbarer Energien sowie Alternativen für die Region Lausitz. Die Vorstellungen der in der Region Lebenden werden dort möglicherweise ganz anders ausfallen.

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