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Klima schützen - Keine Kohle für die Kohle!

Im Kohlehafen von Amsterdam ging am Mittwoch nichts mehr. Greenpeace-Aktivisten erkletterten fünf Verladekräne. So konnte die 33.750-Tonnen-Ladung des Kohlefrachters Maciej Rataj nicht gelöscht werden. Bei der Aktion kam auch das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise zum Einsatz. Die Steinkohle ist für die Kohlekraftwerke in den Niederlanden bestimmt.

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Die Aktion wurde direkt auf eine Großleinwand vor das Catshuis in der Nähe von Den Haag übermittelt. Im Amtssitz des niederländischen Ministerpräsidenten finden zurzeit die Koalitionsverhandlungen für die Regierungsbildung in den Niederlanden statt. Mit der Aktion wollen die Aktivistinnen und Aktivisten erreichen, dass klare Absprachen zum Klimaschutz in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden. Kohle und Kohlekraftwerke haben da nichts verloren.

Auch die Niederländer wollen keine Kohle. Eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts Interview-NSS ergab, dass drei Viertel der Holländer Erneuerbaren Energien (Sonne, Wind und Wasserkraft) den Vorzug geben. Rund die Hälfte der Bevölkerung findet, dass die Regierung in Den Haag kein Geld mehr in andere Energiequellen wie Öl, Kohle, Gas oder Atomkraft stecken sollte.

Es ist überdeutlich, dass das Klima sich verändert, sagt Femke Bartels, Klimaexpertin von Greenpeace. Deshalb muss die zukünftige Regierung dafür sorgen, dass kein Geld mehr in die klimaschädliche Kohle fließt. Vielmehr müssen Energiesparen und Erneuerbare Energien gefördert werden. Dazu sind unumstößliche Absprachen nötig.

Gegenwärtig planen niederländische Stromversorger wie beispielsweise Nuon vier neue Kohlekraftwerke zu bauen. Wenn die Niederlande das Klimaproblem wirksam angehen wollen, muss ein neues Kabinett den wachsenden Gebrauch von Kohle stoppen, erklärt Bartels. Legen wir uns jetzt auf neue Kohlekraftwerke fest, bleibt uns diese klimaschädliche Energieform für die nächsten 40 Jahre erhalten. Der Umstieg auf Erneuerbare Energien muss hier und jetzt beginnen.

UN-Klimabericht für Freitag angekündigt

Während der Aktion im Amsterdamer Kohlehafen tagten in Paris rund 500 internationale Klimaforscher auf Einladung der Vereinten Nationen. Das am Montag begonnene Treffen endet am Freitag. Dann soll eine neue Studie zum Weltklima veröffentlicht werden. Der Bericht soll 15 Seiten mit klaren Handlungsanweisungen für die Regierungen enthalten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

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