Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Heute in Halle: Bagger gegen Braunkohle

Zehn Meter lang und vier Meter hoch ist der Braunkohlebagger, der ein Dorf und einen Windpark bedroht. Greenpeace-Aktivisten demonstrieren mit diesem Bild bis zum 14. März in fünf Städten für den Ausstieg aus der klimaschädlichen Braunkohle. Gestern waren sie am Magdeburger Hauptbahnhof, heute ist der Markt in Halle an der Reihe.

  • /

Die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft mbH (MIBRAG) will bei Lützen einen neuen Braunkohle-Tagebau erschließen und bei Profen ein Kraftwerk bauen. Sachsen-Anhalts Landesregierung unterstützt das Bauvorhaben. Greenpeace-Aktivisten aus Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben sich gegen die Pläne zusammengeschlossen. Ihr Motto: Hirn an, Kohle aus - Klimaschutz geht anders!

Mich schockieren die Pläne für neue Braunkohletagebaue und Kohlekraftwerke. Das ist verantwortungslos und nicht zeitgemäß, sagt Daniel Stagge von Greenpeace Magdeburg. Tausende Menschen werden für den Klimakiller Nr. 1 aus ihrer Heimat vertrieben. Die zukünftige Landesregierung muss einen sozial verträglichen Ausstieg aus der Braunkohle gewährleisten und eine echte Energiewende voranbringen, wenn sie es mit dem Klimaschutz ernst meint!

Braunkohle heizt den Klimawandel an und vernichtet Heimat

Durch den neuen Tagebau bei Lützen würden neun Dörfer vernichtet. Rund 900 Menschen verlören ihr Zuhause. Auch das Klima leidet. Mit jedem zur Stromgewinnung genutzte Kilo Braunkohle wird rund ein Kilo Kohlendioxid freigesetzt. Und das neue MIBRAG-Braunkohlekraftwerk wäre bis mindestens 2040 in Betrieb. Die viel beschworene CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) ist keine Lösung. Sie steht noch am Anfang der Entwicklung. Ihre Risiken sind zudem kaum einschätzbar.

Wer das Klima schützen will, muss Braunkohlekraftwerke abschalten, sagt auch Rico Lucas von Greenpeace Leipzig. Braunkohle ist der klimaschädlichste aller Energieträger! Die Abscheidung und unterirdische Lagerung von CO2 ist keine Lösung. Die CCS-Technologie birgt hohe Risiken, ist teuer und kommt zu spät für echten Klimaschutz!

Bagger gegen Braunkohle

Die Ehrenamtlichen von Greenpeace werden bis zum 14. März mit dem Aktionsbild unterwegs sein. Sie besuchen die fünf Städte Magdeburg, Halle, Potsdam, Dresden und Cottbus. Passanten sind eingeladen, sich zu beteiligen. Sie können ihre Unterschrift auf ein großes Banner mit der Aufschrift Kein neuer Tagebau, Herr Ministerpräsident setzen. Wer will, kann sich zusätzlich mit einem Exponat aus Braunkohle-Briketts fotografieren lassen. Motto: Braunkohle ins Museum!

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Sicherheit ist Pflicht

Brandenburg und Sachsen müssen vom Energiekonzern LEAG Sicherheiten verlangen für die Kosten von Braunkohletagebau-Renaturierungen. Das zeigt ein Rechtsgutachten.

Fahrplan für die Zukunft

Während die Kohlekommission darum ringt, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, rechnet Greenpeace vor: So geht die Energiewende; auch ohne Kohle hat Deutschland immer genug Strom.

So werden Sie Waldretter

Wald oder Kohle: Das ist gerade die Frage in dem kleinen alten Waldstück Hambacher Forst. Damit RWE es nicht rodet, kann jeder ein Zeichen setzten – hier sind 10 Tipps.