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Heute darf Didcot tief durchatmen

Am frühen Donnerstagmorgen kam der Betrieb im Kohlekraftwerk Didcot in Großbritannien unerwartet zum Stillstand. 30 Greenpeace-Klimaschützer hatten das Gelände erobert. Ein Teil der Aktivisten kettete sich an eines der riesigen Kohleförderbänder, andere erkletterten einen 200 Meter hohen Schornstein. Eine Wiederaufnahme der Arbeit scheint derzeit nicht möglich.

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Die Aktion findet zeitnah zu der vor kurzem veröffentlichten Klimakostenstudie des renommierten Ökonoms Sir Nicholas Stern statt. Zu dieser äußerte sich auch der britische Premier Tony Blair besorgt: Die Katastrophe wird sich nicht in ferner Zukunft ereignen, sondern zu unseren Lebzeiten!

Blake Lee-Harwood, Kampagnendirektor von Greenpeace Großbritannien, nannte das Kraftwerk in Didcot einen Energie-Dinosaurier. Dieses eine Kraftwerk stößt jedes Jahr mehr als sechs Millionen Tonnen CO2 aus. Das ist mehr, als die 29 Länder mit den niedrigsten Emissionen zusammen ausstoßen. Und das Schockierende daran ist, dass Didcot seine Emissionen über Nacht halbieren könnte, wenn es von Kohle auf Gas umschalten würde.

Greenpeace fordert die Regierung Großbritanniens auf, Elektrizitätswerke dieses Typs endgültig abzuschaffen und in Zukunft auf effiziente Energiegewinnung zu setzen. Momentan gehen zwei Drittel der Energie bei der Gewinnung in Form von Abwärme verloren. Diese Wärme ließe sich durch das Prinzip dezentralisierte Energiegewinnung effektiv zum Heizen nutzen. So würde der CO2-Ausstoß um 77 Prozent reduziert werden!

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