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Erfolg: Kein neues Kohlekraftwerk in Kiel!

Das geplante Steinkohlekraftwerk an der Kieler Förde wird nicht gebaut. Das haben die Stadtwerke Kiel am Dienstag bekannt gegeben. Damit wird unserer Atmosphäre ein CO2-Ausstoß von 5,4 Millionen Tonnen jährlich erspart - einer Menge, die knapp 17-mal so hoch gewesen wäre wie die Emissionen des gesamten Kieler PKW-Verkehrs.

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Das geplante Kraftwerk sollte das 1970 gebaute Gemeinschaftskraftwerk (GKK) Kiel ersetzen. Zwar wollten die Kieler Stadtwerke mit dem ausgestoßenen CO2 des Kraftwerkneubaus nicht die Luft belasten. Die zunächst angedachte Alternative der CO2-Abscheidung stellt jedoch auch keine Lösung dar. Bei dieser Technologie soll das vom Kraftwerk emittierte Gas unter die Erde gepresst werden.

Die CO2-Abscheidung ist jedoch vollkommen unerprobt. Sie gleicht einer tickenden Zeitbombe. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise, dass die geplanten unterirdischen CO2-Speicher dicht sind und das CO2 auch tatsächlich unter der Erde bleiben wird. Ein Austreten des geruchlosen Gases hätte eine Katastrophe zur Folge, die hunderte wenn nicht tausende Menschen das Leben kosten könnte. Utopisch wäre ein solches Szenario nicht. In Kamerun beispielsweise erstickten im Jahr 1986 mindestens 1700 Menschen, als eine tödliche CO2-Wolke aus dem Nyos-See entwich.

Aufatmen am Dienstag

Glücklicherweise stimmte der Aufsichtsrat der Kieler Stadtwerke schon Ende April 2008 dafür, die Entscheidung über den Kraftwerksbau um mindestens drei Jahre zu verschieben. Am Dienstag gaben die Stadtwerke nun bekannt, dass sie ihre Planungen komplett geändert haben. Sie prüfen jetzt den Bau eines wesentlich klimafreundlicheren Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks (GuD). Mit der Entscheidung für ein GuD-Kraftwerk ließen sich ganze 56 Prozent CO2 einsparen.

Dieses Umdenken ist einerseits der Untersuchung unabhängiger Gutachter zu verdanken. Das Öko-Institut sowie die Beratungsgruppe Enerko hatten den Bau eines Kohlekraftwerks zwar als die wirtschaftlich günstigste, aber gleichzeitig auch als ökologisch unvernünftigste Variante befunden. Überdies gab es in der Bevölkerung regen Widerstand. So hat unter anderem die BürgerInneninitiative umweltfreundliche Energieversorgung für die Region Kiel! gegen die CO2-Schleuder mobil gemacht und zusätzlichen Druck ausgeübt.

Betreiber des Kraftwerks ist neben den Stadtwerken Kiel übrigens E.ON. Beide halten 50 Prozent Anteil. E.ON zeigt sich weniger einsichtig als die Stadtwerke. Wie die Kieler Nachrichten berichten, hält E.ON-Geschäftsführer Dirk Rüggen weiterhin an seiner Überzeugung fest, dass ein Kohlekraftwerk die beste Option für Kiel darstellen würde. Eine Einschätzung, die weder im Sinne der Bevölkerung ist noch vertretbar für das Klima.

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