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Wie man es schafft, den Zug der Zeit zu verpassen

Energiegroteske in Nordrhein-Westfalen

Energiepolitik absurd. Vor rund viereinhalb Monaten ist das Kyoto-Protokoll zum Schutz des Klimas in Kraft getreten. Es verpflichtet alle Unterzeichnerstaaten, darunter Deutschland, zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen. Doch in Deutschland - genauer gesagt in Neurath bei Köln - soll jetzt die größte CO2-Schleuder Europas entstehen.

Die Genehmigung der Bezirksregierung ist egoistisch und kurzsichtig, kritisiert Greenpeace-Energieexperte Jonas Mey die Entscheidung. Hier soll einer der größten Klimakiller Europas enstehen. Die Auswirkungen der Treibhausgase werden für die Allgemeinheit so nachteilig sein, dass sie die kurzfristige, regionale Wirkung der Investition von zwei Milliarden Euro überdecken werden. Der Ausstoß von 14 Millionen Tonnen Kohlendioxid dieses einen Kraftwerks wird fast an die Emissionen Neuseelands heranreichen.

Neurath wird die deutsche Klimapolitik entgleisen lassen, denn das Land wird seine Klimaziele nicht mehr aus eigener Kraft erreichen, kommentiert Mey. Es bleibt nur die teure Lösung, Zertifikate für die Verschmutzung zu kaufen. Neurath zeigt, dass sich Deutschland jetzt prinzipiell entscheiden muss: Setzt das Land weiterhin auf dreckige Kohle, die noch jahrzehntelang das Klima belasten wird, oder schlägt es einen Weg ein zu Erneuerbaren Energien und leistungsstarken Gas- und Dampfkraftwerken.

Mey: Wichtig ist jetzt die Entscheidung von RWE. Setzen sich die alten Betonköpfe von RWE-Power mit ihren Kohleplänen noch mal durch oder kommen weitsichtigere Manager des Mutterkonzerns zum Zuge. Greenpeace fordert von RWE, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Der Konzern muss den Aufbruch in eine klimafreundliche Energieversorgung schaffen. Klimakiller wie Braunkohlekraftwerke haben in unserer Zukunft keinen Platz mehr.

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