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Die Mehrheit will eine Zukunft ohne Kohlestrom

Die nächste Regierung hat den klaren Auftrag, Deutschland in eine Zukunft ohne Kohlestrom zu führen. Sie darf nicht weiter auf die kalkulierte Panikmache der Stromkonzerne hereinfallen. Aus diesem Grunde demonstrieren heute Greenpeace-Aktivisten während der Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD für den Ausbau Erneuerbarer Energien und gegen weitere Kohlesubventionen.

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Die Umweltschützer haben sich vor dem Umweltministerium positioniert. Aus fünf Kohle-Loren ragen von Kohlebriketts verschüttete Windräder. „Weitere Staatsgelder für veraltete Energien  wären eine ökonomische und klimapolitische Geisterfahrt“, warnt Niklas Schinerl, Energie-Experte bei Greenpeace. Gleichzeitig erinnern die Aktivisten die künftige Regierung an den Willen des Volkes: 82 Prozent der Deutschen wünschen sich einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2040, so das Ergebnis einer Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace.

Erneuerbare Ziele verbieten eine gebremste Energiewende

Emnid befragte zwischen dem 5. und 9. September bundesweit insgesamt 1027 Menschen zu ihrer Einstellung zur Braunkohle. Auf die Frage „Wünschen Sie sich einen schnellen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030, einen mittelfristigen Ausstieg bis 2040, oder gar keinen Ausstieg aus der Kohleverstromung?“ zeigte sich unter CDU- und SPD-Wählern ein klares Bild. 89 Prozent der SPD-Wähler und 88 Prozent der CDU-Wähler sprechen sich für einen Kohleausstieg bis spätestens zum Jahr 2040 aus. Die Ergebnisse dieser Umfrage finden Sie unten im PDF-Format angefügt.

SPD fordert massive Zahlungen an Kohlekraftwerke

Vertreter von SPD und Union verhandeln heute erstmalig über die Zukunft der Energiewende. Beide Parteien haben sich auf klare Ausbauziele festgelegt: Die SPD fordert in ihrem Wahlprogramm 75 Prozent Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030, die CDU im Energiekonzept der schwarz-gelben Regierung eine Quote von 50 Prozent. Besonders die SPD in Nordrhein-Westfalen fordert im Widerspruch zu ihrem Programm massive Zahlungen an Kohlekraftwerke und eine Ausbaubremse für Erneuerbare Energien. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) forderte unlängst Zahlungen von bis zu sechs Milliarden Euro pro Jahr. Offenbar sind Kohlekraftwerke nur noch mit solchen enormen staatlichen Finanzhilfen profitabel zu betreiben.
Es wird Zeit, die Debatte um zunehmend unwirtschaftliche Kohlekraftwerke vom Kopf auf die Füße zu stellen: „Es ist kein Problem der Energiewende, dass konventionelle Kraftwerke durch Erneuerbare Energien ersetzt werden – es ist ihr Ziel“, betont Schinerl.

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